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Kugelgestalt der Erde.
überzeugen, allein es fehlt gemeinhin an der Möglichkeit,ihre Richtigkeit wirklich in aller Schärfe durchzuführen.
So ist es gewifs, dafs, wenn unser Horizont an al-len Stellen der Erdoberfläche wirklich ein Kreis wäre,in dessen Mittelpunkt wir selbst uns stets befanden, derErdkörper selbst auch nothwendig eine Kugel würde seynmüssen. Um uns indefs von der Wahrheit dieses Satzesz u überzeugen, müfsten wir im Stande seyn, die W inkelzu messen, welche die Gränzpunkte am Horizonte mitder Horizontallinie machen, und wir müfsten dann dieseWinkel alle gleich finden; so aber, wie allgemein, nachdem blofsen Augenmaafse schätzend, können sehr bedeürtende Abweichungen von dieser Gleichheit übersehen wer*-den, und überdiefs erscheint ja der reine Horizont auchnur in sehr grofsen Ebenen oder auf der Oberfläche desMeeres.
Eben so verhält es sich, nur in noch liöherm Maafse,mit dem zweiten Grunde, welchen man gewöhnlich sehrhervorhebt, weil er einer von denen ist, die so sehr indie Augen springen. Dieser Grund aber beweist dochin der Tliat immer nichts mehr, als dafs die Oberflächeder Erde, und insbesondere die des Meeres, keine wahreEbene, sondern eine gekrümmte Fläche sey. Was füreine Krümmung sie aber besitze: ob die einer Kugel, einesEies, oder irgend eines Sphäroids, das wird dadurch wirk-lich nicht erkannt.
Ungleich sicherer ist unstreitig der dritte Grund, und"’enn die dazu gehörigen Beobachtungen stets vorhanden' y 'ü'en, so würde er als vollkommen entscheidend ange-Se hn werden können. Gehn wir nämlich z. B. von Nor-de u nach Süden, d. h. auf der Linie eines Meridians fort,s ° ‘Werden die gegen Süden gelegenen Sterne immer hö-
über den Horizont treten, während auf der andernSeite die nach Norden stehenden immer tiefer liinabsin-kmi, auch werden uns am südlichen Horizont immer meinSterne sichtbar werden, die vorher sich stets unter ihm