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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Irrthümliche Ansichten darüber. 145

Die von solchen Hochlanden auslaufenden Bergkettenaber sind insbesondere ganz unrichtig, und wir könnenwohl aussprechen, dafs sich bei genauerer Betrachtungkeine einzige so bestätigt, wie sie nach Buache’s Vor-aussetzungen hätte liegen müssen.

So, um zunächst nur bei Europa zu verweilen, istes ein völliger Inthum, dafs ein Gebirgsknoten, oder über-haupt etw'as nur einem Gebirge Vergleichbares um dieQuellen des Don, der Wolga, des Niemen, der Düna unddes Dnieper vorhanden sey. Man kennt dort nur höchstunbedeutende Hügel, welche meist aus lockerem äufge-schwemmten Lande bestehen (oder doch aus sehr neuenGebirgsarten) und weit ausgedehnte oft selbst sumpfigeEbenen. Das ganze Innere des europäischen Rufs-land besteht aus solchen Ebenen, und sie sind so gleich-förmig, dafs die Verbindung eines Flusses mit dem an-dern durch in dem Sumpf gezogene Kanäle, oft selbstohne vermittelnde Schleusen möglich ist. Das ganzeLand hat nur gerade so viel Erhebung über das Meerals nöthig ist, damit die Flüsse, w r elclie von dort nachentgegengesetzten Seiten zum Meere abfliefsen, ihren W egdahin nehmen können. Nach einer Angabe von Alex,v. Humboldt ist die Fläche des Inudrn von Rufslandim Mittel etwa 850 — 870 Fufs über das Meer erhö-hen, und dies hat auch die Reise des Dr. Erman be-stätigt. Die höchsten Erhabenheiten in dieser Ebene mö-gen kaum je 1200 Fufs erreichen; die Flächen der obe-ren Flufsthäler aber liegen im Mittel kaum mehr als500 Fufs hoch.

Weit entfernt nun vollends, dafs aus dem In-nern dieser Hochebenen Gebirgszüge radial auslaufendanfangen und fortstreichen sollten, erscheinen vielmehrdiese erst völlig von einander getrennt isolirt stehend anden Rändern der Ebene, welche keinesweges zu ihnenhin etwa allmälig ansteigt. — So erhebt sich z. B. derKaukasus als eine prallige steil aufsteigende Gebirgs-

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