178
Die Gipfel,
Kalkstein bestehenden Mont Perdu, nach Rehoulund Vidal 10482 Fufs hoch, und die Maladetta, einGranitberg von 10722 Fufs Höhe, welche, wie schonRamond bemerkte, auf der südlichen Seite des Haupt-kammes frei vorspringend liegen. — Eben so auch zeigtsich das Verhalten der Hauptgipfel in der skandina-vischen Alpenkette, welche, wie sich aus Hisin-ger’s Schilderung ergiebt, in O. des hohen Rückens lie-gen, so namentlich der Städian südlich in Dalarnc(3621 F.), der Arescutan in Jemtland (4500 F.).
Wahrscheinlich rührt dieses interessante Verhältnifsvon der stärkern Erhebung her, welche die einzelnenGipfel im Verhältnisse zur ganzen Kette erlitten haben,und welche sie nöthigte sich loszureifsen. I)iefs zeigt sichnach L. v. Buch deutlich am Montblanc, und im Falleder Isolirung der höchsten Gipfel von der Haluptketteentspricht dann dem Auftreten eines solchen, eine Er-niedrigung in dem dahinter liegenden Tlieile der Haupt-kette selbst.
Interessant ist endlich noch ein in gröfseren Gebir-gen zuweilen bemerktes Verhältnifs in der Vertheilungder Gipfel, dafs sie nämlich am Randc grofser kreis-förmiger Räume stehen, welche mit steilen Wändenumgeben sind. So kennen wir insbesondere die Gipfeldes Monte Rosa, welche sich sieben an der Zahl umdie Ränder des grofsen Circus von Macugnaga grup-piren. Schon Saussure *) beschrieb dieses merkwür-dige Verhältnifs, und maafs auch den Circus. Er fandihn 5000 Tois. oder 1J deutsche Meile im Durchmesserhaltend. Der höchste dieser Gipfel mifst nach vonWeiden 14220 Fufs, ist also beinahe dem 14764 Fufshohen Montblanc gleich.
Dieser Art der Gruppirung verdankt nach Ebel**)
*) Journ. de Phys. 1790. Juill. et Aoüt.
**) Bau der Erde I, 33.