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Die Pässe,
sind, welche am vollständigsten die verschiedenen Stämmeder Völker von einander geschieden halten, so vermit-telt gewissermafsen das Daseyn der Pässe, als der Ver-bindungslinien zwischen den entgegengesetzten Abhän-gen, solche Trennungen, und das. für die Entwicklungs-geschichte der Länder so einllufsreiche Zusammentreffender Völker verschiednen Ursprungs ist wesentlich durchdas Daseyn der Pässe bestimmt, und auch in vielen Ein-zelheiten des Vorganges durch die Lage und Beschaf-fenheit derselben bedingt worden. Das Schicksal Ita-liens ist vielfach durch den Eintritt der vom Kordenkommenden Kriegsheere, ja ganzer Völkerschaften be-stimmt worden, welche den Weg durch die leicht er-steigbaren Pässe über die Alpen fanden, und wir dürfennur an llannibal’s berühmten Uebergang (300 Jahrev. Chr.) *) und an N a p o 1 e o n’s Heerzug über den St.Bernhard (1800 im April) erinnern, um die Wichtigkeitder Pässe in historischer Beziehung fühlbar zu machen.Beispiele derselben Art bietet das durch die Pässe derPyrenäen mit dem übrigen Europa allein in Verbindungstehende Spanien, eben so der Himalaya, durch dessenund seiner Fortsetzungen Pässe sich zu Zeiten die Völ-ker des inneren Asiens über Indostan, China, Persien undderen Nachbarländer ergossen haben.
In Beziehung «auf die Oberflächen-Verhält-nisse der Pässe verdient es ganz besonders hervor-gehoben zu werden, dafs man gewöhnlich von der Na-tur derselben sich eine unrichtige Vorstellung zu machenpflegt. Nach den gewöhnlichen Darstellungen auf Kar-ten und Reliefs nämlich, scheint es stets, als ob die Pässeüber «len Hauptkamm oder die höchste Kante des Ge-
*) Per Ultest bekannte dieser Art, dnreh welchen die Römerzuerst von den Galliern erfuhren, war der Einfall der Gallier un-ter BelloVese, 620 v. dir.; um 250 v. dir. drangen die Römerzuerst in die Alpen ein, auf der Seite nach Nizza.