der Hochebenen auf die Schneegrenze. 237
über Hochebenen die Temperatur - Abnahme in der At-mosphäre mit der Höhe, langsamer erfolgen, und daherin den auf Hochebenen befindlichen Bergen die Schnee-linie höher hinaufrücken, als ohne dieses Verhältnifs un-ter gleichen Breiten sonst der Fall seyn würde.
Hie Richtigkeit des Einflusses der Hochebenen aufdie Erwärmung der Atmosphäre ist zuerst durch Alex-ander von Humboldt’s sorgfältige Beobachtungenin der Kordilleren-Kette erwiesen worden,wo sehr ansehnliche Städte, wie Quito, Mexico, StaFe de Bogota, Popayan, Caxamarca etc. auf aus-gedehnten Bergebenen von 7 — 9000 P. Höhe über demMeere liegen. Es ergiebt sich, dafs die mittleren Tem-peraturen dieser Orte um 1,5° — 2,25° C. höher sind, alssie sonst nach den bekannten Gesetzen der Abnahmeder Temperatur mit der Höhe würden seyn müssen; dennstatt der oben erwähnten Gröfse von 98 Tois. =588F. für 1° C. Wärmeabnahme, nimmt die Wärme überihnen erst in 132,6 Tois. =795,6 F. (nach Kamtz [II,145] in 125,8 Tois. = 694,8 F.) Höhe um 1° C. ab, unddie Schneelinie wird an den hohen Bergen dieser Pro-vinzen um 900—1380 F. höher hinaufgerückt, als sonstunter gleichen Umständen *). Es zeigt sich die Einwir-kung dieses Umstandes noch ganz besonders an einemder höchsten Berge bei Quito, dem Antisana (17958P. hoch) sehr auffallend. Derselbe ist in 12600 F. Mee-eeshöhe von einer sehr ausgedehnten Ebene umgeben,und an ihm liegt deshalb auch die Schneegrenze sogleichetwas mehr als 200 F. höher als bei allen seinen Nach-karn, ein Umstand, welchen man um so leichter be-merkt, als in jenen Gegenden, wegen der das ganze Jahrhindurch herrschenden Gleichförmigkeit der Temperaturdie Schneelinie durch alle Jahreszeiten wie eine scharf
*) Humb. liecueil d'olserv. aslro». I, 130 . Mein. d’ArcueilUI. 587 .