Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
248
JPEG-Download
 

248

Höhe der Schneegrenze

zu 8200 Fufs an. Es ragt also die Spitze des Mont-blanc noch mit einer Höhe von 6500 F. in die Regiondes ewigen Schnees hinein.

In den Karpathen, welche um 3° Br. nördlicherliegen (unter 49° 10’), und deren höchster Punkt, dieLomnitzer Spitze, sich zu 8000 F., der nächsthöchste,die Eisthaler Spitze, sich zu 7942 F. Höhe erhebt, trittdennoch die ewige Schneegrenze aus den oben angege-benen Ursachen und vielleicht auch der grofsen Steilheitder Gipfel wegen, noch keinesweges hervor. Nur in denhöchsten, vor der Sonne verborgenen Schluchten bleibtdort der Schnee das ganze Jahr hindurch liegen, undbesonders stürzen nach Wahlenberg in einer Gegend(über Fünf sec) von der Eisthaler Spitze im Winter sogrofse Schneemassen hinunter, dafs sie das ganze Jahrhindurch nicht wegtliauen, sondern kleine Gletscher bil-den, welche das einzige, wiewohl unsichere und zufälligerzeugte Anzeichen von ewigem Schnee in diesem so in-teressanten Gebirge sind. Alex. v. Humboldt giebtdeshalb hier die Schneegrenze auch zu 7980 F. Höhe an,wobei sie nur eben an die höchsten Spitzen streifenwürde, und jedenfalls bleibt dieser Unterschied von 240F. zwischen den Karpathen und Alpen für drei Breiten-grade ohne anderweitig bedingende Ursachen zu gering.

Zwischen 49 und 61° Br. ist kein Punkt des altenKontinentes bekannt, in welchem sich die Berge bis zurewigen Schneegrenze erheben. Vielleicht ist diefs indefsam Altai (50 — 52° n. Br.) der Fall, dessen Gipfel sichgewifs über 6000 F. erheben, von dem jedoch noch diegenaueren Messungen fehlen. Wir dürfen mit Wahr-scheinlichkeit annehmen, dafs in Norddeutscliland sichdie Höhe des ewigen Schnees erst in etwa 6000 F. ein-stellen würde; allein die höchsten Berggipfel bei uns, dieSclincekoppe in Schlesien, der mährische Schnce-berg u. s. w.; erheben sich nicht ganz bis zu 5000 F.>bleiben also noch 1000 Fufs unter jener Gröfse, j a