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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Verwüstung des Bagnc-Thal.

durch die Reibung der zerberstenden Eisschichten anein-ander, plötzlich ein helles Leuchten am Himmel, undgleich darauf folgte der furchtbare Windstofs.

Eine andere schädliche Wirkung der Gletscher-La-vinen ist es, dafs sie zuweilen durch ihr HerabstürzenThäler zudämmen und Seen aufstauen, welche, wennsie hinlänglich angewachsen sind, diese Dämme zerreifsen,und dann plötzlich sich ausleerend im heftigen SturzeAlles was im Wege liegt mit sich fortreifsen. Eins derschrecklichsten Ereignisse dieser Art trug sich zu am 16.Juni 1818 im Bagne-Thale, gleichfalls einem der Sei-tenthäler im unteren Wallis. Dieses Thal war seit meh-reren Jahren durch den wiederholten Einsturz des be-nachbarten Gedroz - Gletschers in seinem oberstenTheile verschlossen worden, und es hatte sich dadurchein See gebildet, welcher 10000 F. Länge, 700 F. Breite |und 200 F. Tiefe hatte. Er besafs nach einer, der Wahr-heit nahe kommenden Berechnung einen Inhalt von 800Millionen Kubikfufs Wasser. Als nun diese Masse denEis- und Steindamm, welcher sie aufstaute, durclmagthatte, stürzte sie plötzlich los, zerstörte dabei alle Ort-schaften des Thaies, und richtete noch in Martinachbei ihrem Ausmünden in’s Rhone-Thal ungeheuere Ver-wüstungen an. Sie glich in ihrem Fortschreiten, nachVcnez Beschreibung, einem dicken Brei von wild durch-einander gemengten Felsstücken, Eismassen, Bäumen u.s. w., welcher mit fürchterlichem Geprassel einen Wegvon etwa 20 Stunden (18 Lienes) in 5^ Stunden zurück-legle, wobei er freilich ein Fallen von 4187 F. hatte.Die Kraft des Druckes, welchen diese unerhörte Masseausübte, rifs in den Thal-Verengerungen grol'se anste-hende Felsinassen weg, zerschmetterte nicht nur Stämmevon Lärchenbäumen von etwa 50 Fufs Länge und 5Fufs Dicke, sondern bog sie auch wie Ruthen und ver-strickte stellenweise ihre Längsfasern wie Seile durchein-ander. Noch in der Ebene von Martinach fand Es eher