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Firn und Firnlinie.
scheinen; dort sind sie mehr schneeartig, d. h. wie einkompakter zusammengefrorner Schnee, hier mehr wie einwirkliches Eis, denn in den hohen Regionen kann dassparsame Regen- und Schneewasser selten auf den hochaufgelagerten Schnee einwirken, und ihn nicht so voll-kommen durchsickern und zu Eis gefrieren machen, wiedas sehr viel häufigere Wasser in tiefen Thälern undSchluchten, welches hier stärker in den Schnee eindrin-gen kann, und dadurch ein dichteres Eis sich zu bildenveranlafst. — Auch Hugi machte eine sehr sprechendeBeobachtung dieser Art an dem sogenannten Aletsch-Gletscher an der Südseite der Jungfrau. Er fandnämlich dort unter dem Elsenhorn die Kristalle desEises, wie er sie nennt, regehnäfsig grofs und von etwa2 Zoll im Durchmesser; schon eine Stunde weiter auf-wärts waren sie nur stark nufsgrofs, und noch zwei Stun-den weiter viel kleiner.
Hugi macht überhaupt insbesondere darauf auf-merksam, dafs die körnige, wie aus Hanfkörnern, welcheauf der Hand zerfallen, gebildete Schncemasse, welche erüberall in den oberen Theilen der von ihm untersuch-ten Gletscher fand, von den Alpen-Bewohnern sehr wohlunterschieden und mit dem Namen Firn belegt wird.Er fand, dafs dieser Firn sich immer zuerst an der Ober-fläche der Gletscher einstellt, indem man ihn aufgrabendin der Tiefe bald immer noch festes Gletschereis findet,in welches er übergeht. Je gröfser aber die Meereshöhewird, desto tiefer liegen die Eismassen unter ihm, undHugi fand, dafs die Stelle, an welcher sich zuerst anGletschern der Firn einstellt, ein in gewissen Gegendenganz ungemein konstantes Verhältnifs der Meereshöhezeige. Er schlägt daher vor, in den Alpen eine von ihmsogenannte Firnlini e zu unterscheiden, welche bei wei-tem weniger Abwechselungen und Unregelmäfsigkeitenunterworfen sey, als selbst die Schneegrenze, und ausmehrfachen Gründen vielleicht schicklich derselben sub-