und Vorkommen der Gletscher. 271
Meeres darstellen. Die Wirkung von dem Anblickeeiner fast unabsehbar weit ausgebreiteten Eismasse, wel-che in so abenteuerlichen Formen und Verschiebungenemporstarrt, die Variation, welche in dieselbe das Einwir-ken verschiedener Beleuchtungen und der Charakter derUmgebungen bringen, machen auf dem Beschauer einena usnehmend imponirenden Eindruck, und es ist daherau ch in diesem Zustande, vorzugsweise in welchem dieCletscher besucht und von den Beobachtern beschriebenWerden. Wer .die Gletscher im Thale von C.hamounyan ihren unteren, auf steil abfallenden Thalschluchten ge-lagerten Enden, das Mer de Glace, den Bosson, denGlacier d’Argentiere oder vor Allen den höchstgrofsartigen Rhonegletscher gesehen hat, dem wirdder Anblick der prachtvollen, zuweilen 50 —100 F. ho-hen Eis-Pyramiden an ihrer Oberfläche stets unvergefs-licli bleiben.
Obgleich die Gletscher vorzugsweise in den höhe-ren Theilen des Gebirges in Thälern 7 — 8000 F. hochüber dem Meere liegen, so erstrecken sie sich doch vondort häufig ununterbrochen zu sehr ansehnlicher Tiefehis in die bewohnten Tlieile der Alpentliäler hinunter.Die untern Enden der Gletscher, die wir im Cha-öiouny-Thale bewundern, die von Grindelwald u.s. w., steigen oft bis zu kaum mehr als 3000 F. Höheüber dem Meere herab, und es ist in der That ein be-wundernswürdiger Anblick, hier oft sehr ansehnliche undsparsam zertlieilte Eismassen mitten in kräftig wachsen-den Tannenwäldern, welche von ihren Pyramiden über-ragt werden, oder auf frisch grünenden Wiesen, oder,wie es selbst noch vor wenigen Jahren mit dem Bos-son-Gletscher im Chamouny der Fall war, selbstmitten in einem üppig wachsenden Kornfelde zu finden.Diese Erscheinung hat von jeher die Aufmerksamkeit derNaturforscher auf sich gezogen, und bei dem Versuchesie zu erklären, liegt wohl vor Allem die Ansicht sehr