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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Vorrücken der Gletscher.

nahe, dafs diese Eismassen an den Orten, unter demmilden Klima, wo wir sie finden, nicht entstanden seynkönnen, sondern dafs sie durch ein allmäliges Vorwärts-rücken aus ihren hohen Geburtsstätten herabgekommenseyen.

Für eine solche stets vorwärts schreitende Bewegungder Gletscher spricht eine grofse Menge von Thatsachen.Fast niemals erhalten sich die unteren Enden der Glet-scher mehrere Jahre hindurch genau auf derselben Stelle,denn während sie durch die hohe Temperatur in dentiefen Alpenthälern ununterbrochen 5 bis 6 Monate langwegschinelzen, ohne an Ort und Stelle einen Zuwachsdurch neues Gefrieren zu finden, rücken sie dennoch imFrühjahr und auch selbst mitten im Sommer auf einewahrhaft beunruhigende Weise vorwärts. Es werden 1in dieser Beziehung eine Menge von höchst auffallendenBeispielen angeführt, und wenn auch die Maafse desFortschreitens sehr ungleich sind, so ist dennoch dieseThatsache im Allgemeinen auf keine Weise zu be-zweifeln.

So war der Bosson-GIetscher im Chamouuy-Tliale in drei Jahren (von 1815 —18) nach genauenvon Charpentier angestellten Messungen um 1048 F.vorwärts gegangen; er hatte dabei einen hohen Tannen-wald durchbrochen, und stand nun ein paar hundertFufs weit mitten in einem Gerstenfelde. Der Gletschervon Trient, zwischen Marti nach und dem Chamouny-Thale, war während des Sommers 1818 um 120 Fufs Ivorgerückt; der obere Grindelwaldgletscher hattezu derselben Zeit in Jahr und Tag um wenigstens 50Schritt an Länge gewonnen. Ja man weifs selbst ausunverdächtigen Zeugnissen, dafs es eine Zeit gab, in wel-cher die beiden Grindelwaldglctsclier noch nicht in dieThäler, welche sie jetzt einuehmen, hinabreichten. Indem Thale, welches zwischen dem Eiger, dem Met-tenberge und den Viesclihörnern einschneidet, zwi-schen