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Vegetations-Charakter,
bedeckten Triften fangen an hinter unseren Schritten zu-rückzubleiben. An die Stelle der phanerogatnischen Ge-wächse treten niedere und unvollkommener orgnnisirteGestalten; Moose und Flechten bedecken den Boden,und zuletzt, wo uns auch diese verlassen, beginnen dieRegionen des ewigen Schnees.
Die Ursachen dieser merkwürdigen Veränderungen,welche wir in ihren einfachsten Grundzügen so eben ge-schildert haben, finden sich sehr leicht in den Bedingun-gen, welche für das Gedeihen der Vegetationswelt mitEntfernung von der Meeresfläche an den Abhängen derGebirge aufwärts wechseln. Die Temperatur nimmt mitder Höhe nach den weiter oben erörterten Gesetzen im-mer mehr ab; diefs ist gewifs die auffallendste unter denstattfindenden Veränderungen des bisherigen Zustandes.Was aber für das Gedeihen des Pflanzenlebens dieWärme für ein wichtiges Moment sey, ist uns Allen be-kannt, ja dal’s sie wohl das einflufsreichste von allenseyn müsse, sehen wir daraus, dafs es selbst aufs Voll-kommenste gelingt, durch künstlich erhöhte Wärme alledie Pflanzen bei uns gedeihen zu machen, welche einemdurch höhere jährliche Wärme ausgezeichneten Him-melsstriche angehören. Wir wissen im Allgemeinen, dafsdie Wärmemenge, welche einer jeden Erdgegend zukommt,nicht nur mit der Höhe von dem Meeresspiegel, sondernauch in horizontaler Richtung mit der Entfernung vondem Aequator nach den Polen hin abnimmt. An einembis in die Schneelinie hineinragenden Bergabhange fin-den wir daher die Veränderungen in der Temperatursuccessive ganz in derselben Weise, als ob wir von unsbis zu den Gegenden hin fortgingen, in welchen dieSchneelinie bis zur Meeresfläche herabsinkt. Da aberdie Vegetation wesentlich von der Temperatur-Aenderungabhängig ist, so wird der Abhang des Berges in Bezie-hung auf dieselbe alle diejenigen Veränderungen dar-stellen, welche die Vegetation auf der Erdoberfläche