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Linne’s Ansichten.
man die skandinavischen Alpen ersteigt, sich ganz in der-selben Weise stufenweise ändere, gleich als ob man vonUpsala nach Lappland reise. Er erwähnte daher diesesVerlüiltnifs mehrfältig in seiner Philosophia botanica.Linne war zugleich der Erste, welcher es einführte, beiden Aufzählungen der Pflanzen stets ihre Wohnorte undauch oft die Standorte mit anzugeben; in besonderen Ab-handlungen „Stallones plantar um (1754) und Coloniaeplantarum (1788)“ theilte er danach die Pflanzen ur-sprünglich in: Aquaticae, alpinae, umbrosae, campestres,montanae und parasiiicae, und dann wieder in Süfswas-ser-, Meeres-, Sumpf-, Heid-Pflanzen u. s. w. — In sei-ner merkwürdigen Dissertat. de lelluris habitabilis incre-mento (1743) setzte er voraus: Iin Anfänge sey die Erdeeine Insel gewesen, diese Insel habe unter den Tropengelegen, und Gröfse genug gehabt, um alle Thiere undPflanzen aufzunehmen, sie sey mit einem hohen Bergebedeckt gewesen, und hätte dadurch alle Variationen desKlima’s und Bodens dargeboten, um alle Vegetabilienund Animalien gedeihen zu lassen; nachher wäre dasMeer zurückgetreten und das Kontinent dadurch vergrö-fsert und die Pflanzen hätten sich überall hin ausgesäet,verbreitet und an den ihrer Individualität am meisten zu-sagenden Orten angesiedelt.
Die auf diese Weise von der Art der Verbreitungder Thiere und Pflanzen an der Erdoberfläche gegebeneTheorie erregte zu ihrer Zeit viele Aufmerksamkeit, undward später oft wieder vorgetragen; ja man kann wohlsagen, dafs sie eigentlich erst widerlegt wurde, als dieErfahrung lehrte, dafs sich in verschiedenen Theilen derErde unter gleichen klimatischen Verhältnissen bei glei-cher Erhebung über das Meer u. s. w. dennoch ganzverschiedene Floren befinden. So hat die Flora Euro-pa’s kaum etwas gemein mit der von Nordamerika, undsehr wesentlich verschieden sind die Pflanzenformen von