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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Vegeta lious-Charaktcr

fernung vom Anfang senkrecht herauf, so dafs sie, sagtYiera sehr richtig, dem Baume das Ansehen eines uii-geheurcn Kronleuchters mit einer grofsen Menge aufgc-steckter und angezündeter Lichter geben. Die einzelnenAeste haben wohl einen halben Fufs im Umfange, undsind Prismen von vier oder gewöhnlicher von fünf Sei' 1ten. Ihre Kanten sind der ganzen Länge nach mit zweikurzen Stacheln besetzt. Am Ende dieser dicken, ecki- ,gen fleischigen Aeste brechen die scharlachrothen Bl®"then hervor, die in der Ferne einer glühenden Kohl®ähnlich sind. Höher hinauf zertheilcn sich ältere Aeste,und bilden wieder abgesondert kleinere Kronleuchterauf dem gröfseren. Oder der Baum steht an dem Ab'hange eines Felsens, an welchem die Aeste in den wun-derbarsten Kurven herabfallen und sich senkrecht wie-der erheben. Oder er wächst auf einer ebenen Fläche,und die Aeste, von Alter nnd Schwere ganz zu Bodengedrückt, erheben sich erst in einer grofsen Entfernung |vom Mittelpunkte wieder, wodurch der sonderbare Anblickeines kleinen Waldes von lebendigen fünfseitigen Prismenentsteht. Es ist hier nichts, was uns eine sonst gewöhn-liche Form eines Busches oder eines Baumes zurückru-fen könnte, selbst die Blumen auf der Spitze nicht, dennauch noch in der Nähe möchte man sie für Knöpfe hal-ten, mit welchen diese abenteuerlichen Aeste besetzt sind.

Eine der auffallendsten Erscheinungen der Pflanzen-welt in dieser Region ist noch der Drachenblut'Baum, Dracaena Draco, welcher diesen Inseln ur-sprünglich eigen zu seyn scheint, und von welchem dienächsten Verwandten aus Ost-Indien abstammen. Be-rühmt ist.ein ungemein grofses Exemplar dieses Baume?,w-elches sich zu Villa d’Orotava, im Garten des M 1 -Franqui, belindet. Alex. v. Hum boldt *), der ih»hat abbilden lassen, fand ihn 50 — 60 F. hoch, und sei-

) lielat. hist. I. 250. Monum. II. 342.