Von den Quellen.
Gewässer auf den gesainmten Haushalt der Natur an derErdoberfläche ausüben. Das ganze Bestehen und diefortwährend erneute Entwicklung der gesainmten Thier-ünd Pllanzenwelt, welcher das Land zum Wohnort an-gewiesen ist, ja selbst das Daseyn des MenschengeschlechtsUnd die Möglichkeit, sich der ihm zu Theil gewordenenFähigkeiten zur Veredelung seines rohen Naturzustandes2,1 bedienen, hängen so innig mit der Bewässerung desLandes zusammen, dafs wir bei jeder speciellen Betrach-tung wieder darauf zurückgewiesen werden. Es wird da-her von grofsem Interesse seyn, diese so einüufsreichenErscheinungen von ihrem ersten Ursprünge an kennenlernen.
A. Von den Quellen.
Die ersten Anfänge des fliefsenden Wassers, dieIheile desselben, welche freiwillig aus der Oberflächedes Landes hervortreten, und durch ihre spätere Verbin-dung Bäche und Flüsse bilden, werden Quellen ge-Uannt. Sie sollen der nächste Gegenstand unserer Be-trachtung seyn.
Die Quellen führen auch die, freilich nicht immerv °n Mifsdeutungen freien Namen Springe und Brun-nen, Unter Brunnen versteht man im engeren und ge-wöhnlichen Sinne meist nur diejenigen Quellen, welchefocht freiwillig aus der Erde treten, sondern durch Gra-fen, Bohren und anderweitiges künstliches Eindringen indfo Erdoberfläche gefunden werden. Diese Beschrän-kung hat indefs, wie sich später noch näher ergeben wird,keinen wissenschaftlichen Werth; denn es ist begreiflichforvas ganz Zufälliges, und daher für unseren Zweck sehrGleichgültiges, dafs wir einer Quelle auf ihrem WegeZU| u Ausbruche an der Erdoberfläche durch eine künst-liche Oeffnuti" zuvorkommen. Ueberdiefs hat der NameCr unnen im Munde des Volks keinesweges überall je-Uen eingeschränkten Sinn; denn Brunnen werden in meh-rer en Ländern auch die freiwillig austretenden Quellen