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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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432 Regen dringt nicht tief in den Roden.

fahrung unserer Gärtner bestätigt diefs wenigstens schein-bar. Der lockere Humus - Boden, welchem man freilichbei der grofsen Auflockerung seiner' Theilchen eine gro-fse Durchdringungsfähigkeit für das Wasser Zutrauensollte, wird nämlich nach den stärksten und anhaltend-sten Regengüssen kaum über 3 Fufs tief durclmäfst ge-funden; ja wir wissen es selbst von Dalton, dessenArbeiten wir noch später kennen lernen werden, dalsder Boden von England im Frühjahre, nachdem er denganzen Winter hindurch mit Regen- und Schneewassergesättigt worden, kaum über 5 bis 6 Fufs tief vom Was-ser durchdrungen gefunden werde. Diese Thatsache istbesonders schon von zwei Zeitgenossen, von Mariottcund Hallej, hervorgehoben, und gegen die herrschendeAnsicht von der Entstehung der Quellen auf eine vielAufsehen erregende Weise benutzt worden, nämlich vonPerrault und de la Hi re.

Der Erstere liefs an sehr vielen Punkten, auf Ber-gen und in der Ebene, nach grofsen Regengüssen Löcheraufgraben, und es fand sich dabei immer, dafs die Erd-rinde kaum je mehr als 2 Fufs tief vom Wasser durch-drungen war; indefs gründlicher noch ging der Zweitezu Werke *). Er liefs bleierne Gefäfse mit einem 6bis 8 Zoll hohen Rande verfertigen, welche an ihrem Bo-den mit einer Ableitungsrohre versehen waren, und ver-grub sie in geneigter Stellung und in verschiedener Tiefein die Erde, so dafs die Ableitungsrohre sich in einemKeller endigte, wo er vor ihre Mündung Gefäfse stellte,und also jeden Tropfen Wasser, der sich auf dem Bo-den derselben sammeln sollte, leicht würde haben wahr-nehmen können. Eines dieser Gefäfse ward 8 Fufs tiefin die Erde gesetzt, und während 15 jähriger Dauer sei-ner Beobachtungen fand sich niemals ein Tropfen Was-ser aus ihm abgelaufen; ein anderes, das nur 16 Zolltief vergraben war, gab völlig dasselbe Resultat, und nur_ in

*) Mein, de Paris 1703 , p. 68 suiv.