Einwurfe gegen den atmosph. Ursprung der Quellen. 431
Sterne verschwinden, sowohl dein blofsen Auge als deinObjektivglase des Fernrohres, indem Wasserdünste sichdarauf absetzen.
Da sich indefs die Menge dieser so aus der Atmo-sphäre niedergeschlagenen Dünste, verbunden mit einerSfofsen Zahl anderer dabei in Betracht kommenden Ver-hältnisse, bei dem Zustande der Wissenschaft jener Zeitn och nicht mit der gewünschten Genauigkeit angebenliefs, so blieb auch der Gegenstand, welcher dadurch er-wiesen werden sollte, noch unerledigt. Lange Zeit hin-durch wurde daher auch die Richtigkeit dieser Ansichtv on der Entstehung der Quellen von Naturforschern be-zweifelt, und es ist in der That wunderbar, welche gro-sse Anzahl von oft sehr Verkehrten und unbegründbarenVorstellungen an ihre Stelle gesetzt wurden. Die Lite-ratur dieses Gegenstandes ist daher sehr reich an Arbei-ten, wenngleich von sehr verschiedenartigem und oft wohlvon sehr geringem Werthe. Wenn nun nicht alle dieseverschiedenen Versuche zur Erklärung des berührtenProblems hier erörtert, oder auch nur übersichtlich be-trachtet werden können, scheint cs doch zweckmäfsig,die hauptsächlichsten und auch noch jetzt wiederholtenEinwendungen zu beleuchten, welche gegen die Entste-hung der Quellen durch das Eindringen des atmosphä-rischen Gewässers in den Erdboden gemacht wordensind. Dieselben lassen sich auf folgende zurückführen:
I. Hat man Zweifel darüber geäufsert, obdas Wasser vermögend scy, so tief in die Erdeeinzudringen, um die Quellen am Fufse derBerge zu speisen, und ihnen namentlich dannnochZuflufs zu geben, wenn eine längere Zeithindurch kein Regen aus der Atmosphäre ge-fallen ist.
Schon Seneca behauptete gelegentlich, dafs dasEegenwasser kaum mehr als etwa 10 Fufs tief in denErdboden eindringe, und eine allgemein bekannte Er-