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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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438 Atmosphärischer Ursprung der Quellen,

gen, bedeutenden Mangel an Zuflufs während des Win-ters erleiden, und dafs sie sich also in dieser Beziehunggerade umgekehrt verhalten, wie die Flüsse des niedri-gen Landes.

Besonders überzeugend und klar ist diese Thatsa-che von de Luc *) dargestellt worden. Vom Oktoberbis zum März, sagt er, thaut es auf den hohen Alpe®fast niemals; die ungeheuren Gletschermassen, welche ih-rer Natur nach vorzugsweise im Frühlinge und Herbsteanwachsen, bleiben starr gefroren, und auf ihrer Ober-fläche, in den Hochthälern, so wie auf den Spitzen derBerge, häufen sich fortwährend ungeheure Schneelasten-Während dieser Zeit hören fast alle die unzähligen Giefs-bäclic und Quellen, welche in höheren Gebirgen ent-springen, zu Üiefsen auf, und nur ein Theil derselben,welcher von den Auflagerungsflächen der Gletscher aufden Boden herkommt, fliefst, wenngleich mit sehr ver-minderter Stärke, fort. Dort nämlich schmilzt die Wärmeder Erde, welche von dem Boden ausstrahlt, fortwährendetwas an den untersten Eisschichten ab, und das Trö-pfeln derselben hört in den Gletscherhöhlen selbst wäh-rend des kältesten Winters nie ganz auf. So sieht manes sehr deutlich an der Bhone, deren stärkste Quellenaus den Höhlen des Bhonegletschers hervorströmen.

Inzwischen wird der Stand der Flüsse, welche ihrenZuflufs aus dem Hochgebirge erhalten, bis auf sein Mi-nimum erniedrigt; die Rhone und der Rhein sind wäh-rend dieser Jahreszeit höchst unbedeutend. Im MonatMärz indefs, sobald die Sonne merklicher steigt und dieDauer der Nächte sich verringert, beginnt der Schneeerst am unteren Rande der hohen Berge zu schmelzen,bald fangen auch aufs Neue die Quellen- und Bäche i J1den unteren Regionen zu fliefsen an, und sie folgen » uVerlaufe der Zeit fortwährend höher und höher hinauf,

*) Hccherchet tur tes mudific. de Vatmotph. etc. I, §. 155 — H>t-