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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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482
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Inkrustircnilc Quellen.

genden Erscheinungen dieser Art'die versteinernde Kraftder Quellen von Karlsbad; sic haben an ihren Aus-trittsorten eine Decke von sehr ausgezeichnetem Sin-ter *) gebildet, welchen man dort die Sprudelschaalenennt, voll Höhlungen, in denen das Wasser sich sam-melt, um dann bald hier, bald dort wieder auszubrechen.Der gröfste Theil der Stadt Karlsbad ist selbst auf sol-chem Hoden erbaut, und der Einsturz von einzelnenTheilcn desselben hat schon mehrmals grofses Unglückveranlafst. Berzelius hat diesen Sinter analysirt,und in ihm vorherrschend (96 bis 97 Prozent) koh-lensaure Kalkerde gefunden (oder eigentlich Arragonitmit 0,30 bis 0,32 Proz. kohlensaurem Strontian). Ebenliieher gehört auch der Karlsbader Erbsen steintdessen Bildung schon Becher erklärte; und von derschnell inkrustirenden Kraft des dortigeu Sprudels lieferndie mancherlei Spielereien, als Blumensträufse, Vogelne-ster und dergl., welche man in den meisten Raritätcn-sammlungen findet, einen Beweis.

Die Aaebner Quelle und noch viele andere hei-fse Quellen zeigen ähnliche Eigenschaften, wenngleichfreilich selten in so hohem Grade.

Unter den vielen heifsen Quellen Italiens, wel-che ich gesehen habe, verdienen in dieser Hinsicht ganzbesonders die von San Filippo am Monte Amiatain Toskana eine Auszeichnung, denn dort haben dieQuellen sich einen ganzen Hügel von schneeweifsem rei-nen Kalksinter gebildet, und man benutzt das in rei-chem Maafse hervorströmende Wasser, um dadurch inwenigen Tagen ganze Basreliefs abzuformen, welche dasAnsehen unserer von Biscuit (unglasurtem Porzellan)gemachten sogenannten Lithophane erhalten (man ver-kauft sie zu Radicofani). Berühmt und in dieser BcziC'

*) S. v. Hoff Karlsbad S. 25 u. Taf. III.