Woher die Kohlensäure der Säuerlinge? 513
Der Chemie übrigens mufs es überlassen bleiben,ferner zu erklären, auf welchem Wege die grofse Mengevon Kohlensäure, welche in den Sauerbrunnen austritt,fortwährend im Innern der Erde gebildet wird, und wiemit ihrer Hülfe die Auflösung der anderen Bestandtheileerfolgt, welche in diesen Mineralquellen Vorkommen, undglücklicherweise scheint auch die Lösung dieses Problemswenig Schwierigkeiten zu bieten.
Unsere Erdrinde ist bekanntlich sehr reich ankohlensauren Verbindungen; der kohlensauere Kalkoder Kalkstein nimmt allein vielleicht woht die Hälfteder Massen weg, welche bis zu der uns bekanntenTiefe in die Zusammensetzung derselben eingehen. Diein ihm enthaltene Kohlensäure aber trennt sich sehrleicht, und entweicht gasförmig unter mannichfachen Um- iständen. Es geschieht diefs insbesondere wenn einemächtigere Säure damit in Berührung tritt, und höchst-wahrscheinlich also besonders häutig, wenn der Kalk-stein, wie wir so oft geschehen sehen, sich durchden Zutritt von freier Schwefelsäure in Gvps umwan-delt. In anderen Fällen mag, wie besonders Struvegezeigt hat, die im Innern der Erdrinde yorkommendeBerührung mit stark erhitzten vulkanischen Produkten,und daS Hinzutreten von heifsen Wasserdämpfen denKalkstein zur Abgabe der Kohlensäure zwingen; dennStruve hat darauf aufmerksam gemacht, dafs der Kalk-stein, welcher bei anfangender Glühhitze seine Kohlen-säure noch nicht entlassen würde, sie sogleich mit Leich-tigkeit abgiebt, sobald heifse Wssserdämpfe hinzutreten.Endlich hat auch derselbe noch die merkwürdige That-sache entdeckt, dafs, wenn man Klingstein, Basalt, Gra-nit und ähnliche Gesteine mit einem verhältnifsmäfsigenAntheile von kohlcnsaurem Kalk und Wasser kocht,eine Verbindung des reinen Kalkes mit der Kiesel- undThonerde entsteht, und die Kohlensäure sich fortwährendentbindet.
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