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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Gebirge, häufig nicht Wasserscheiden. 545

vermag. Ihre Berücksichtigung kann daher nur zur Auf-fassung der Oberflächengestalt in sehr untergeordnetemSinne dienen, nicht aber als leitendes Prinzip bei derBetrachtung eines Verhältnisses, das ihrem Einflüsse nureinen untergeordneten, wenngleich immer beachtenswer-then Theil seiner Eigentliümlichkeiten verdankt.

Was aber schon die theoretische Betrachtung alssehr wahrscheinlich darbietet, das zeigt die Erfahrungauch vielfach bestätigt, und seitdem man begonnen hatauf dieses Verhältnifs aufmerksam zu werden, erhalten wirfortwährend neue Beweise für die Unabhängigkeit derOberflächengestalt des Festlandes von der gegenwärtigenVertheilung und Wirkung der auf ihm fliefsenden Ge-wässer.

1) Gebirge üben häufig gar keinen, oderdoch einen in Verhältnifs zu ihrer Höhe undGröfse nur unbedeutenden Einflufs auf dieWasserscheiden aus.

Ausgezeichnete Beispiele von der Richtigkeit dieserThatsache liefern die uns zunächst liegenden Gebirge,der Harz, der Thüringer Wald und das Erzge-birge, besonders das erstere.

In Erhebung unter den norddeutschen Gebirgenam bedeutendsten, und durch plötzliches Ansteigen sehrausgezeichnet, würden wir im Harz gerade eine Was-serscheide erster Ordnung erwarten müssen. An ihm,so würden wir voraussetzen, müssen die bedeutenderenFlüsse Norddeutschlands ihre Quellen haben, von ihmBergrücken ausgehen, welche sich mit der Entfernunggegen das Meer hin allmälig verflachend die Linien derWassertheilung bezeichnen; allein wir wissen, wie wenigdiese Voraussetzung mit den Verhältnissen in der Naturübereinstimmt. Keiner der beiden ansehnlichsten Flüssedes Landes, die Elbe und die Weser, nehmen vonhier ihren Ursprung, beide kommen von ferner liegen-den, minder hohen Gebirgen herab, und fliefsen in be-

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