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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Wasserscheiden ohne Gebirge.

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Spanien und Frankreich seit dem Traktate von 1660der Wasserscheidungslinie, die aber nicht die Linie deshöchsten Gebirgskammes ist, indem z. B. der Mont-perdu weit südwärts davon bleibt.

2) Es giebt grofse Strecken auf der Erd-oberfläche, wo die bedeutendsten Wasser-scheiden ohne alle Gebirge (deren Nähe da-bei, wenn auch nicht nach jener unhaltbarenAnsicht, von Einflufs wäre) stattfinden.

Beispiele dieser Art zeigen sich im östlichen Eu-ropa, in dem daran grenzenden nördlichen Asienund in Nordamerika.

In Europa giebt es auf dem Körper seines Festlan-des, abgesehen von den vielarmigen, von ihm durch Ein-brüche der Meere gesonderten Gliedern, zwei Hauptwas-serscheiden, an welchen die äufsersten Enden seiner be-trächtlichsten Ströme sehr nahe aneinander grenzen.

Hie eine liegt in den Alpen, von welchen aus,noch nicht zwei Längengrade entfernt, die Quellen desRheins und der Rhone, des Inn, als des Hauptzuflus-ses der Donau, der Etsch und die der wasserreicherenZuflüsse des P o herabströmen. Als Mittelpunkt dieserGegend oder als den Hauptgebirgsknoten *) pflegte mangewöhnlich den St. Gotthard anzusehen, und langegalt dieser Berg deshalb für den höchsten in Europa;wenn diefs nun auch keinesweges der Fall ist, so fälltdoch immer die Wasserscheide hier mit einem ansehnli-chen Gebirge zusammen, und die aufgestellte Ansicht er-scheint für diesen Fall gerechtfertigt, wenn auch die min-der bedeutenden Einzelnlieiten in der Vertheilung derHöhen nicht mit ihr übereinstimmen.

Anders verhält es sich mit der zweiten Hauptwas-serscheide Europa’s. Diese liegt im Innern von Rufs-land und scheidet die Zuflüsse des Eismeeres von

*) S. llnacke Essay in den Uhl. de l’acad. A. 1752.