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Gabeln'der Flüsse.
genstand, die Bifurcation der Flüsse, mit besonderer Aus-führlichkeit betrachtet und ihre Ursachen aufgesucht. Ausseiner Darstellung geht hervor, dafs vorzüglich bei einemsehr geringen Wechsel von Erhebungen und Vertiefun-gen des Bodens der Fall Vorkommen kann, dafs dieHauptrinne, der Thalweg, eines Stromgebietes nicht inder Mitte seines Beckens liegt. Sind die Zuflüsse aufder einen Seite vermöge der ursprünglich von anderenUrsachen herrührenden Steigerung des Bodens sehr lang,auf der anderen aber sehr kurz, so kann der Haupt-strom sehr nahe an der Wasserscheidungslinie selbstfortfliefsen; und findet in dieser irgendwo eine Vertie-fung statt, so kann, besonders wenn dieser Strom sehrbreit ist, und also der Boden seines Bettes eine wellen-förmige Gestalt hat, sehr leicht eine Bifurkation stattfin-den. Ein Theil seiner Wasseimasse verläfst das ur-sprüngliche Thal und kann aus einem benachbarten nichtwieder zurückkehren. Diese Erscheinung kann sich mitder Zeit wieder ändern, wenn die Rinne des oberenStromes sich an der Stelle der Gabelung so austieft, dafsseine Oberfläche unter die Wasserscheidungslinie herab-sinkt, dann verstopft sich der verbindende Arm, bildeteinen geschiedenen Zuflufs nach entgegengesetzter Seite,und die Trennung der Stromgebiete ist wieder aufge-hoben. Die Erscheinung des Gabelns ist daher zu erwar-ten, wo bei grofser Wassermasse die Ströme ihr Bettenoch nicht hinreichend ausgearbeitet haben, wo sie inden Ebenen umherirren, wie, nach Alex. v. Huinboldt’sBemerkung *), die kleinen, nach allen Richtungen sichverzweigenden Wasserfurchen auf unseren Wiesen.
Verhältnisse, welche zu solchen Erscheinungen An-lafs geben können, bietet nun vorzugsweise Amerikadar. Es hat unter allen Kontinenten die einförmigstenund gröfscsten Ebenen, und darin die wasserreichsten_ Ströme
*) Kelat. hiit. VIII, 86.