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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Oberer Lauf der Flüsse,

dennoch liegen die Flüsse, wo sie das Gebirge verlas-sen, nur etwa 2000 Fufs über dem Meere, und sie neh-men die Thiiler so vollständig ein, dafs keine Bewoh-nung derselben stattfinden kann. In den Alpen erhebtsich die vorderste Kette auf der Nordseite sehr schnellzu etwa 6- bis 8000 F., und doch liegen die Betten derFlüsse, die aus ihnen hervortreten, nur 1200 F., selten1500 F. über dem Meere. Das dabei stattfindende Ver-liültnifs zwischen der Höhe der Ufer und der Breite desThalgrundes giebt diesem das Ansehen von Spalten, undnur diesen Charakter dürfen wir festhaltcn, um uns vonder Grundgestalt der Strombetten in dem oberen Theileihres Laufes einen vollkommenen Begriff zu machen.

So wie die Richtung einer Spalte, welche in festesGestein reifst, eine geradlinige ist, so ist auch die Rich-tung der Bergströme vorwaltend geradlinig; kann eineSpalte nicht geradlinig reifsen, so macht sie in starrenKörpern scharfe zickzackförmige Winkel, wobei an dennach oben weit aufklaffenden Rändern die ausspringen-den Ecken immer genau den einspringenden entsprechen,so dafs sie, wenn man sie wieder vereinigen könnte, ge-nau auf einander passen würden. So ist es auch beiden Bergströmen; schon Bourguet hat diesen, wie ersich ausdrückte, festungsartigen Bau in vielen Thälernder Alpen gesehen, und er hat nur darin gefehlt, dafser und viele seiner Nachfolger ihn ganz allgemein aufdie Bildung aller Thäler anwenden wollten; nirgend aberwird uns diese Grundgestalt der Hochgebirgsthäler voll-kommener als in den Andes von Chili beschrieben, woman so gebirgige Spalten mit dem charakteristischen Na-men Quebrada belegt, und wo alle Flüsse in ihnenströmen, bis sie plötzlich in die Fläche austreten, die ih-nen für die nur noch sehr kurze Strecke bis zum Meereein breites Bette und sehr geringen Fall giebt.

Unter den Flufsthälern der Alpen, welche diesemBilde vorzugsweise entsprechen, zeichnen sich nach den

Schil-