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Oberer Lauf der Fliissc,
Theile des Gebirges einen sehr eigentümlichen Charak-ter giebt. Nicht nur die weiten Längenthäler, wie dasWallis, das Engadin u. s. w., geben den FlufsbettcnRaum sich selbstständig auszubilden, und in weiten Wie-sen- und Feldflächen zwischen den entfernter begleiten-den hohen Gebirgsketten sich durch die Kraft des Ge-wässers einen gleichförmigen Fall zu schaffen; sondernauch in allen gröfseren Querthäiern, die unmittelbar vomAbhange der Hauptkämme sich öffnen, giebt es mehrfachüber einander aufsteigend, solche schwach und gleichför-mig geneigte Thalbdden, auf welchen die Bergwässer ru-higer strömen und auf welchen die Felswände weit aus-einandertreten, um eine bewohnbare Fläche, die derFlufs auf ihrem Boden anschwemmte, entstehen zu las-sen. Aber diese Thäler hängen unter einander durchenge, steil geneigte Spalten, durch blofse Felsenklüftevon der eben beschriebenen Beschaffenheit zusammen,und so wechselt im Laufe der Bergströme ein gleichför-miges Fliefsen durch breite Auen mit einem furchtbarenund unregelmäfsigen Stürzen durch Spalten, in welchensie kaum Platz linden.
Sehr schön schildert diese Erscheinung, die alleindazu beträgt, den Alpenlhälern den lieblichen Charakterzu geben, welcher sie vor den Thälern so vieler hohenGebirge auszeichnet, L. v. Buch in seiner Reise durchSalzburg. Schon oben haben wir die enge tiefe Schluchtkennen gelernt, in welcher die Salzach fast 2 Meilenlang von Werfen bis Golling die 8000 Fufs hoheKette des Watzmann bis auf seine Sohle zerreifst.An den steil aufsteigenden Felswänden kann man deut-lich die Spuren des gewaltsamen Einschneidens durchdie Wirkung des Wassers hoch herauf nachweisen; in-defs wenn man diese Kluft ins Gebirge hinein durch-wandert hat, sieht man sich schnell in ein weites, offe-nes, reich bebautes Längenthal, das Pinzgau, versetzt.Es ist reichlich 10 Meilen lang, und sein Boden, der,