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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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584 Mittlerer Lauf der Flüsse;

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Interessant ist es, liicmit nach den Angaben von laCondaul ine, den ungefähren Fall des Amazonen-stromes zu vergleichen. Wo dieser mächtige Strombei den Engen von Jaen de Bracamoros (Tome-penda) seineu oberen Lauf verläfst, und nun in dasweite Thal seines mittleren und unteren Laufes eintritl,hat er etwa 141U F. Erhebung über dem Meeresspiegel,und wenn wir uns dabei erinnern, dafs er einen Laufvon wenigstens 5U Längengraden in der Aequatorialzone,also reichlich 800 Meilen, zurücklegt, so sehen wir, dafsetwa 1,7 F. auf die Meile kommen; wohl der geringsteFall eines Strombettes in seinem mittleren Laufe, wovonwir Kunde haben.

Es ist nun noch die wagerechle und vertikale Ge-staltung des Flufsbcttcs im mittleren Laufe zu be-trachten übrig.

Während in dem oberen Lauf der Ströme tlieils dieFestigkeit und Enge des Thalgruudcs ihnen nicht gestat-tet, von der durch Spaltung des Felsens vorgeschriebe-nen geradlinigen oder gebrochenen Richtung abzuweichen,und während auch in den Weitungen der Hochthäler dieSchnelligkeit des Falles der Ströme sie uöthigt, der kür-zesten Richtung zu folgen, finden wir dagegen in demmittleren Lauf, in welchem der Strom sich in einem brei-ten Bette länger verweilt, häufig die Richtung seines Lau-fes von der geradlinigen abwcichen, mannigfache Krüm-mungen, welche im aufgeschwemmten Thalboden, dender Flufs sich allmälig durch eigene und durch seinerNebenflüsse Zuführung erzeugt hat, eine gefällig verrun-dete Gestalt erlangen. Diese geschlängelte Gestalt, dieMäanderform der Ströme, wird, nach Ritt er’s Bemer-kung, zur Charaktergestalt dieser Entwickelungsstufe.Sie ist von Ren ne 11 besonders deutlich am Gangesuaehgewiesen worden *).

*) Philos. Iransact. 1781 , jk 88 .

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