Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
583
JPEG-Download
 

Gefälle während desselben. 553

9

nur einen mittleren Lauf und einen unteren, aber kei-nen oberen haben.

Eine sehr zuverlässige Bestimmung besitzen wir fer-ner noch von einzelnen Theilen des Rheins und vonmehreren seiner Nebenlliisse. Der Rhein, nachdem erbei Schaffhausen mit dem letzten Katarakt, der in ihmvorkommt, seinen oberen Lauf verlassen, und etwa mitseiner Krümmung bei Basel nun in den mittleren cin-getreten ist, fällt von letzterer Stadt (nackMerian 755F. über dem Meere) bis Strafsburg*) auf einer Streckevon 36 Stunden etwa 315 F., also etwa 8,7 F. auf dieStunde, von Strafsburg bis Mainz dagegen auf 50 St.nur 240 Fufs oder 4,8 Fufs auf die Stunde. Weiterunterhalb besitzen wir genaue Nivellements von Wie-beck in g **), woraus hervorgeht, dafs der Rhein vonder Mündung der Ahr bei Unkel bis nach Mülheim,Köln gegenüber, auf eine Entfernung von 15 Stunden52 F. fällt, also 3,5 F. auf die Stunde.

Vom Neckar sind wir nicht minder zuverlässigunterrichtet; seine Quelle liegt nach Memminger 2148F., sein Einflufs in den Rhein 284 F., und dabei fällter in den ersten vier Meilen seines Laufes etwa 400 F.,in den vier letzten dagegen etwa nur 45 F. ***).

Die Elbe ist auf einem grolsen Theil der unterenHälfte ihres mittleren Laufes nivellirt worden. Der Fallderselben von Wittenberg (200 F. üb. d. Meere) f)bis Magdeburg beträgt, nach Berghaus, 76 pr. Fufs,d. h. 5,4 F. auf die Meile, ein Fall, wie wir ihn nichtgröfser bei einem Strome, der so völlig in ebenem Landeliegt, erwarten dürfen.

*) Hertha 1, p. 437.

**) Atlas zur Wasserbau!». T. XVII.

***) Memminger’s Wiirtemberg p. 157.■j-) Hertha V, p. 15.

k