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Mittlerer Lauf der Flüsse;
Wenn das Wasser sich geradlinig zwischen Ufer-rändern bewegt, die seinem Andrange gleichviel Wider-stand entgegensetzen, ist die Gestalt dieses Querprofilsdie einer elliptisch verrundeten Furche, welche hinreicht,die Wassermengc zu lassen, die sie ausgearbeitet hat*);die Abhänge beider Seiten derselben haben gleiche Nei-gung, und der tiefste Theil des Ganzen, von welchemauch der grüfseste Stofs des fliefsenden Wassers aus-geht, wird die Stromrinne (der Thalweg) genannt.Weicht dagegen der Lauf eines Stromes von der gerad-linigen Richtung ab, so erhält auch das Profil desselbeneine andere Gestalt, die Stromrinne desselben wird nachder Seite hin abweichen, wo der stärkste Andrang desGewässers stattfindet, und also bei den Krümmungennach der Seite, auf welcher der Strom vorschreitet; dasProfil erhält dadurch die Gestalt eines stumpfwinkligenDreiecks, dessen am steilsten geneigte Seite dem konka-ven Theile des Ufers am nächsten liegt, der konvexeTheil der Krümmung wird sanft geneigt unter den Stromeinschiefsen und fortwährend seichter werden, je weiterder Angriff gegenüber vorschreitet, sein trockenes Landwird mehr und mehr sich vergröfsern, wie diefs vollstän-dig aus Rennell’s Karten hervorgeht.
Nächst den Krümmungen iudefs und dem eigentüm-lich ausgearbeiteten Durchschnitt des Flufsbettes, findenwir im mittleren Lauf der Ströme die Eigenschaft desstufenförmigen Absteigens, die wir oben bei den Thä-leru der Alpen erläutert haben, nicht selten in grolsenDimensionen wieder. Sie zeigt sich hier, ganz mit den-selben Veränderungen in der Gestalt der Thalränder be-gleitet, eine Folge von Erweiterungen und Zusammen-schnürungen, crslere den Boden von weitläuftigen Bin-nenseen bildend, letztere die Stellen bezeichnend, an
) Renneil l. e. p. 94.