Durchbrüche, Stromschnellen, Strudel. 587
welchen die Dämme durchbrochen sind, welche einstdiese Seen gestaut hielten.
So hat der Rhein einst, das läfst sich durch dieBeschaffenheit seines Bodens erweisen, einen ausgedehn-ten See zwischen Bas.el und Bingen gebildet. DasBette der Donau ist eine Kette von Seen, die sich suc-cessiv durch Gebirgszerspaltung in einander ausgeleerlhaben: bei Passau, bei Neuburg, oberhalb Wien,bei Presburg, oberhalb Ofen und Orsova, liegendie Hauptpunkte der Zusammenziehung ihrer Thalrän-der. So war auch einst Böhmen theilwcise ein Bin-nensee, bevor die Elbe den Ausgang durch das Erzge-birge fand.
a Indefs die gröfsere Kraft des Gewässers in dieserEntwickelungsstufe hat den sehr grofsen Unterschied ver-wischt und mehr oder minder ausgeglichen, welcher imoberen Lauf des Stroms durch diese Beschaffenheit ihresBettes erzeugt ward. Wasserfälle bilden die Strömeunter solchen Verhältnissen nicht-mehr, wo ihr Bettesich ausgebildet hat; nur kleinere Stufen haben sie inden Trümmern der auf ihrem Boden zurückgebliebenenFelsenriffe zu überschreiten, es entstehen dadurch nurnoch sogenannte Stromschnellen, und mit der letz-ten, die der Strom noch durchsclmcidet, tritt er auchhäufig schon in seinen unteren Lauf ein.
So hat die Donau ihre Strudel in der Gegend vonVilshofen, bei Neuburg und bei Orsova; so derRhein gleich unterhalb Bingen iin sogenannten Bin-ger Loch, das sonst von den Schiffern so sehr ge-fürchtet war, ferner bei St. Goar und in der Gegendvon Unkel; so die Elbe bei Leitmeritz und Aus-sig, gleich unterhalb Meifsen, und selbst noch beiMagdeburg, wo sie das letzte Mal über Felsengrund(liefst. Auch die sogenannten Katarakten, mit welchender Nil bei Sycnc aus Nubien nach Aegypten ein-