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Unterer Lauf der Flüsse;
Angaben hervor, die uns von bedeutenderen Strömen zuGebote stehen, und fast scheint cs, dafs, je bedeutenderder Strom, um so geringer auch gegen das Ende, wo erselbst schon mit einem Meere süfsen Wassers verglichenwerden kann, sein Fall sev.
So berichtet z. B. Adanson *), dafs der Sene-gal von Podor 45 geogr. Meilen oberhalb seiner Mün-dung nur Fufs Fall habe, das würde mithin auf dieMeile etwa 8 Linien Fall geben. La Condamine**)fand bei seiner Reise auf dem Amazonenstrom, dafsder Fall desselben von Fort Pauxis, wo zuerst dieFluth anfängt bemerkbar zu werden, bis zum Meere, aufeine Entfernung von wenigstens 150 Meilen, nur 10- F.betragen kann, also etwa 10,8 Linien auf die Meile, einAbhang, wobei das Wasser sich nur sehr langsam fort-bewegen würde, wäre nicht der Druck der stets vonoben nachrückenden Wassermasse die vorzüglichste Ursa-che seiner Bewegung. Die Elbe beiBoitzenburg***).ohngefähr 25 Meilen oberhalb der Mündung, und nocheinige Meilen oberhalb der Punktes, wo eigentlich ihrunterer Lauf beginnt, liegt nur noch 9 Fufs über derNordsee, bei Hamburg 15 Meilen oberhalb der Mündungkaum noch 6 F.; diefs giebt einen mittleren Fall vonetwa 4 Zoll 4 Linien auf die Meile.
Charakteristischer indefs noch und mehr in die Au-gen springend, ist die Neigung der Ströme, in ihrem un-teren Lauf sich zu verzweigen, und einen von dem übri-gen Festlande getrennten, zwischen den äufsersten Ar-men des Stromes eingeschlossenen eigenthiiinlichen Land-strich zu bilden, den man gewöhnlich nach dem vonRitter wieder allgemein eiugeführten Sprachgebrauchdas Delta-Land des Stromes zu nennen pflegt.
*) Erdkunde 2te Aufl. I, 85.
**) Voyage p. 132.
***) Ilertha V. Zeit. p. 14.