Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
593
JPEG-Download
 

Nil-Delta.

593

grofs sind, um ihre Werke zu zerstören, müssen mithinunter allen am vollkommensten zur Bildung eines re-gelinäfsigen Delta geeignet seyn.

Nirgend scheinen diese Bedingungen vollkommenerzusammenzutreffen, als bei dem Nil, dessen Deltaland da-her auch unter allen bekannten eines der symmetrisch-sten und vollkommensten ist. Es bildet ein fast voll-ständiges Dreieck, dessen Spitze landeinwärts etwa 32Stunden vom Meere liegt, die Basis desselben an derKüste ist nach Gerard etwa 29 Stunden lang, und seinFlächeninhalt beträgt 382 geographische Quadratmeilen;die hauptsächlichsten Grundzüge seiner Ausbildung sinddaher besonders geeignet, eine klare Vorstellung ihrerVerhältnisse zu erzeugen.

Der Nil, nachdem er mit den Katarakten vonSyene den charakteristischen Theil seines mittleren Lau-fes durch Nubien beendigt, betritt in Unter - Aegyptenein mehr als 100 Meilen langes, ungemein einförmiggebildetes Thal, dessen Boden der einzige kultivirbareTheil dieses Landes ist. Im Osten und Westen ist das-selbe von zwei sehr gleichartig gebildeten Bergketten be-gleitet, welche nur wenig hundert Fufs hoch (bei The-ben etwa 3- bis 400 F., auch bei Kairo) mehr oder min-der steil abfallend auf ihrer Höhe ein dürres von Vege-tation entblöfstes und nur mit beweglichem Sande be-decktes Plateau bilden. Im Westen liegt die Fläche derlibyschen Kette, deren wenig geneigter westlicher Ab-hang unmittelbar in die Sahara hinabführt, in Osten diearabische Kette oder (Mokattam), die das Nillhal vondem ihm parallellaufenden arabischen Meerbusen schei-det, und in welcher mehrere tiefe Querspalten deutlichalte Flufsbetten, als Verbindungswege von einem Thalzum andern durchsetzen. Die einander zugekehrten Ab-fälle beider treten nur in Ober-Aegypten noch zweimalin Felsenengen zusammen, bei dem sogenannten Gebe!Selseleh (J Stunde lang, wo Steinbrüche für Theben,

38

k