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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Nil - Delta.

"Während PvO sette und Damiette noch im Ilten Jahr-hundert am Meere lagen, liegen sie jetzt schon wenig-stens 2 Stunden davon entfernt; die Mündungen derStröme rücken noch sichtlich immer weiter hinaus, sodafs sie zu vorspringendeu Hörnern der Küste gewor-den sind. Dagegen hat das Meer an den Punkten, wosich die älteren Mündungen zurückzogen, bedeutendeEingriffe gemacht, und grofse, zum Theil von Salzwassergebildete Lagunen erzeugt, wie den ausgedehnten SeeMenzaleh an der pelusisclien Mündung, den von Abu- 1kir an der canopischen. Ein gleiches Schicksal be-droht schon lange die Enden der heutigen Mündungen,bei welchen nur künstliche Hiilfsmittel noch den gegen-wärtigen Zustand erhalten, eben so wie oberhalb dieSpitze des Delta sich wieder (durch den Kanal von Me-nuf) um etwa 4 Stunden zu verkürzen droht, und sichauch schon mehrmals verkürzt hat, so dafs man genö- ,thigt war die Deiche zu öffnen, welche die natürlicheEntwickelung des Stromes aufhalten.

Indefs diese merkwürdige Ausfüllung einer ursprüng-lichen Meeresbucht ist, wie uns die neueren Untersu-chungen erweisen, keinesweges die einzige Arbeit, dieder Nil auf seinem Wege zum Meere unternommen hat;denn wir kennen ein altes Thalbette, das schon weitoberhalb Kairo seinen Lauf nach NW. abgelenkt, undihm eine Richtung in die libysche Wüste gegeben hat.Angefüllt mit Schutt von ägyptischen Gebirgsarten, undhoch mit Sand bedeckt, der fortwährend von der benach- jbarten Höhe herabgeweht, wird es jetzt der Flufs ohne |Wasser (Bahr el Bala Ma) genannt; mit ihm parallel ,geht sehr nahe das Thal, in welchem die Nalronseeltliegen, das erst 1799 durch Andreossy wieder bekanntworden ist. Vielleicht mufsten diese Ableitungskanäleerst vollgefüllt werden, bevor der Nil sein gegenwärti-ges Delta bilden konnte.

Aehnliche Erscheinungen zeigen sich nach den Zeug-