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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Ganges - Delta. 597

nissen zuverlässiger Beobachter im unteren Laufe vieleranderen Ströme.

So hat der Ganges ei« Delta, das nach Renn eilreichlich doppelt so grofs als das Delta des Niles ist.Der Strom spaltet sich zuerst in 45 geogr. Meilen Ent-fernung vom Meere, und die Basis des Dreiecks, das erins Meer hineingeschüttet hat, ist reichlich gegen 40 geo-graph. Meilen breit. Hier liegt ein Landstrich so grofswie ganz Wales, der aus einem Gewirre von dicht be-waldeten Inseln, Lagunen und Flüssen besieht, die nochfortwährend ihre Gestalt und gegenseitige Lage verän-dern. Rennell sah hier 8 beträchtliche Mündungen,deren jede nach einander einst die Hauptmündung war;die westlichste derselben*), an welcher Calcutta liegt,ist jetzt die einzige schiffbare, und nicht ohne Mühe undgrofsen Aufwand wehrt man dem Strom' sie zu verlas-sen, und sich einen anderen Hauptkaual für den Abflufszu suchen. Rennell beschreibt sehr schön, wie in die-sem Lande fortwährend neue Inseln sich bilden, und wiedie Ströme ihnen ausweichend den benachbarten Ufernnun rauben, was sie dem Lande in ihrer Mitte ersetzen;oft reicht ein in der Mitte des Wassers versunkenerBaumstamm oder ein Boot hin, eine Sandbank zu er-zeugen, die in wenigen Jahren aus dem Wasser hervor-ragt, und wenn sie zur Zeit seiner Fluthen mit frucht-barem Schlamm bedeckt, nun bald sich mit Bäumen be-setzt, oder gleich ihren Nachbarn kullivirt wird, so bil-den sich oft in wenigen Jahren Inseln bis eine Meilelang. Die Arbeit des Stromes wird noch dadurch be-günstigt, dafs nahe seiner Mündung mit ihm sich dermächtige Buramputer verbindet, der dem Ganges anGröfse gleich, mit ihm zusammen eine Wassermenge ab-führt, die zur Zeit der Ueberschweinmungen selbst unterden Riesenströmen des neuen Kontinents vielleicht ihres

*) Der sogenannte Hoogly-River.