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der Flüsse. 613
decke stark genug wllre, durch ihr Wasser den Flufsaus den Ufern zu treiben. Dagegen erscheint vielleichtgerade in der heifsesten Jahreszeit leicht einmal ein Wol-kenbruch oder Gewitterregen, welcher eine ungeheuereWassermasse auf einen verhältnifsmäfsig sehr beschränk-ten Raum in kurzer Zeit ausschüttet, und dann ist auchsogleich die Inundation da: allein sie betrifft nur denFlufs, über welchem das Wasser sich ergossen hat, unddie bedeutenderen Flüsse in der Nähe behalten dabeiihren alten, vielleicht oft gerade sehr niedrigen Stand.Es sind daher die Ucberschwemmungen bei uns immernur zufällige, weder in der Gröfse noch in ihrer Dauerirgend einer gemeinsamen Regel unterworfene Ereignisse,und sie würden, wie u. a. schon Buffon *) sehr gutauseinander gesetzt hat, in der That auch noch viel ephe-merer seyn, würde nicht das Wasser, indem es nach sei-nem Austreten so sehr an Geschwindigkeit verliert, nunveranlafst, nur sehr langsam sich fortzubewegen, und mitMühe die Strecke flachen Landes zu verlassen, über wel-che es sich ausgebreitet hat.
Ganz anders dagegen gestaltet sich diese Erscheinungin den wärmeren Klimaten, und namentlich in den Gegen-den der Erde, welche innerhalb der Wendekreise liegen.Dort ist, wie wir aus den übereinstimmenden Berichtender Naturforscher wissen, und wie es auch unmittelbaraus den Verhältnissen des Standes der Sonne und derEinwirkung, welche sie auf die Erdoberfläche ausübt,hervergeht, keinesweges die Wassermasse, welche dieatmosphärischen Niederschläge geben, das ganze Jahr hin-durch gleichartig oder doch nahe gleich vertheilt. DieWitterung tlieilt sich in diesen tropischen Klimaten inzwei sehr entschieden gegen einander hervortretende Jah-reszeiten, in deren einer cs gar nicht oder doch nur höchstselten, in der anderen dagegen häufig und reichlich reg-
*) Hist. nat. T. I, />. 349.