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Allgemeine Einleitung.
später durch die Araber erhalten, welche selbst jedoch wenigNeues hinzubrachten. Ganz unabhängig vom Abendlande setz-ten die Chinesen ihre Beobachtungen fort, besonders von Fin-sternissen, weil diese bei ihnen mit religiösen Ceremonien ver-knüpft sind; aber sie brachten dadurch keine erheblichen Fort-schritte in der Wissenschaft hervor. In Europa nahm allmäligdie Sterndeuter ei (s.S. 83) immer mehr zu, bis in der Mittede6 15. Jahrhunderts in Deutschland sich eigentliche beobach-tende Astronomen erhoben, welche indeß noch immer dem ptole-mäischen System huldigten. — Erst anderthalb Jahrtausendenach Ptolemäus, im 16. Jahrhundert, entdeckte NieolausCopernicus, geboren zu Thorn in Preußen 1478, gestorbenzu Frauenburg in Preußen, wo er Canonicus war, 1543, dasnoch jetzt nach seinem Namen benannte, zwar seitdem unendlichvervollkommnete, aber doch im Ganzen richtige System, indemer der Sonne ihren Platz im Mittelpunkt ihres Planetensystemsanwies und die Erde und alle übrigen Planeten sich um siebewegen ließ. Zur Erklärung der scheinbaren täglichen Bewe-gung des Himmels nahm er die Rotation der Erde um ihreAxe an. Bon allen Seiten wurden Einwürfe gegen dies Systemerhoben; man verdammte es als gotteslästerlich und schriftwi-drig. Der Urheber einer richtigen Theorie in der neuern Astro-nomie ist Kepler, geboren zu Weil im Würtembergischen 1571,gestorben zu Regensburg 1630. Zwar versuchte sein Zeitgenoß,der Däne Tycho de Brahe, geboren 1546, gestorben 1601zu Prag, das alte ptolemäische System einigermaßen beizube-halten, indem er lehrte, alle übrigen Planeten bewegten sichzwar um die Sonne, diese selbst aber, mit den Planeten alseben so vielen Trabanten, bewege sich schraubenförmig um dieruhende Erde; allein dieses höchst unnatürliche und verwickelteSystem fand wie billig wenig Eingang. Kepler entdeckte diewahre Gestalt der Planetenbahnen und die drei darin obwal-tenden, nach ihm benannten Gesetze; er gab der Astronomie zumersten Male eine wissenschaftliche, mathematische Grundlage. —-Fast gleichzeitig erklärte sich einer der größten Naturforscher undGründer der Mechanik, Galilei (geb. 1564 zu Pisa, gest. 1648)zu Gunsten des copernicanischen Weltsystems; aber er mußte zuRom seine „Irrthümer" abschwören (1633) und in den Ker-ker wandern. Seitdem ward durch die Erfindung der Fern-rohre zu Anfang des 17. Jahrhunderts und durch die Ver-besserung der Uhren, so wie durch die Erfindung einer hohemRechenkunst ein ununterbrochenes Fortschreiten der Astronomieherbeigeführt, namentlich aber durch Newton (spr. Njut'n),geboren 1648, gestorben 1727, der die Wissenschaft erst aufeine höhere Stufe erhob, als er sein unsterbliches Werk I>rm-vixiu plülosoplüuo naturalis muiliomutica 1686 bekannt mach-