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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensystem.

welche die besten Steine dieser Art in ganz Eüropa liefern. An mehrerenPunkten, vorzüglich in den nordöstlichen Departements, giebt es Thon-gruben zur Fabrikation von Ziegelsteinen, und der Gyps des PariserBeckens, die Kreide in den Departements Marne und Seine, so wie dieMühlsteinbrüche von La Fertv-sous-Zouerre liefern eine Menge Artikelzu einem ausgedehnten Handelsverkehr. Unter den Thonarten führt maninsbesondere den Pfeifenthon von Forgcs-les-Eaur an; den Thon vonElbeus, bei Rouen, der für den besten gilt, welcher bei der Zucker-Raffinerie anzuwenden ist; den Tvpferthon von Bcauvais und Montcreau,und die Porzellanerde von St. Urinix bei Limogcs, die als mächtigesLager über Muschelkalk auch zu Dignac, im Charcnte-Departcmeut, vor-kommt.

Hinsichts der Quantitäten, welche von den vornehmsten Mineraliengefordert werden, verweisen wir auf die Tabelle, welche in der Statistikdes Mineralrcichthums mitgetheilt worden ist (UI Bd. S. 568).

Zu den Schätzen des Mineralreichthums, über welche Frankreich ver-fügt, gehören auch seine mineralischen Quellen, von denen an 70V be-kannt sind, und deren täglich neüe entdeckt werden. Wie überall zeigensich die warmen Quellen längs der Hauptgebirgskcttcn und die kalten imstachen Lande. Unter den ersteren find die berühmtesten:

1) An den Piräneen, die Thermen von Barogcs, Cautcrcts,Saint-Sauveur, Bagnsrcs-de-Bigorre, Cambo, Eaux-Chaudcs oder Aigues-Caudes, Bonnes, Bagneres-de-Luchon, Ax, Ussat, Vernct, Motilx, Ren-nes, Castera-Bivent und Barbotan, welche Schwefelquellen find, mitAusnahme der Wasser von Ussat und Rennes, von denen das erste einSaücrling, das andere ein Stahlwasser ist.

2) Am Fuß der Alpen, die salinischcn Quellen von Air und dieSchwefelquellen von Gröoulx und Digne.

3) In den Scvennen und ihren Verzweigungen, oder in Hochfrank-reich, die Saüerlinge von La Malou, vom Mont d'Or, von Coust-Chatelguyon, Vichp, St. Alban, die salzhaltigen Quellen von Balaruc,Sylvanes, Chaudes-Aigues, Rens, Bvurbon-Lancy; die Schwefelquellenvon Bagnols und der Eiscnsaücrling von Bourbon-l'Archembault.

4) In den Vogcsen, die salinischcn Wasser von Luxeuil, Bour-bonne-les-Bains und Bains, und die Stahlwasser von Plombiöres.

Im nördlichen und westlichen Frankreich kennt man von warmenMineralquellen nur die von St. Amand, im Nord-, und die Bagnoles,im Ornc-Departement. Von allen Mineralquellen Frankreichs hat, sobehauptet man, die Oletter, in den Pyrvnses-Oricntales, die höchsteTemperatur, denn sie soll 88°°/» Cent. oder 70° N. zeigen; sonst giltdie Quelle von Chaudes-Aigues, in der Auvcrgnc, für die heißeste, denndiese hat -s-80° Cent. Wärme

Unter den kalten Mineralquellen wollen wir anführen: Forges, imDepart. Seinc-inforieure; Enghien und Passy, bei Paris; Bussang undContre.reville, im Depart. Vosgcs; Nicderbrunn, Bas Rhin; Sulz-Malte,

, *) Vermuthlich wallet bei Angabe der Temperatur der Quelle »ou Olette eine Verwechslung»er Thermomeierskalen vb, so daß toO Cent., statt N,, z» lesen sein dürften.