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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

phnecn, der Erdbeerbaum, die Myrte. Allein alle diese Fremdlingegedeihen bei Brest nur wenig. Die Milde des Winters ist in der Thatdie einzige Ähnlichkeit seines Klima mit dem der Mittelländischen Region,nnd es weicht von dieser in allen übrigen Beziehungen bedeütcnd ab, na-mentlich durch das Vorherrschen der Westwinde, die stets Regen unddicke Nebel mitbringen, und durch eine etwas geringere Sommer-Tempe-ratur. Jene Pflanzen komme» bei Brest fort, weil die Winter nichtkalt genug sind, um sie zu todten; aber sie vegctiren ohne innere Lebens-kraft, der Sonne beraubt, des Lichtlebens ihres südliche» Heimathlandes.Die Myrte allein scheint die Beraubung desselben nicht zu empfinden,denn sie ist, wie im Süden, ein großer und schöner Strauch, der allenGärten zur Zierde dient.

Die allgemeine Milde des Winters an der Bretagner Küste schließtjedoch nicht aus, daß die Temperatur in einzelnen Momenten unter denGefrierpunkt, und zwar ziemlich tief unter denselben hcrabgchcn kann.So wurde in Brest am 14. Januar 1823 ein Minimum von — 5°,^ be-obachtet, während, nach vierjährigen Beobachtungen, das absolute Ma.ri-mum beinahe -f- 32° betragen hat (den 4. Juni 1822). Der größte Hitze-grad in Paris ist -si 38«,» (den 8. Juli 1793), der größte Kältegraddaselbst — 23",z (den 25. Januar 1793). Auch die große Milde dessüdfranzösischen Winters ist zuweilen nicht frei von sehr empfindlicherKälte, wir verweisen in dieser Beziehung auf dasjenige, was darüber inden meteorologischen Umrissen gesagt worden ist (I. Bd., S. 234 u. ff.)

Dort möge auch die Zusammenstellung über die Regcnverhält-nisse Frankreichs nachgesehen werden (S. 279 ff.), in der man drei Grup-pen wahrnimmt, die Gruppe der Westküste, die des Innern (dort West-rheinische genannt) und die Gruppe dcS Rhoncthals. Daher hier nurwenige Bemerkungen. Man unterscheidet in diesen Gegenden von Eüropahauptsächlich zwei Regensysteme, das System der Herbst-, und das derSommer-Regen. Jenes umgürtet ganz Frankreich auf seiner West- undSüdseite und steigt ziemlich weit in das Rhone-Thal hinauf; dieses hatseine geographische Verbreitung im Innern von Frankreich und gegen dieSchweizer und deütsche Gränze hin. Paris liegt ungefähr auf der Gränzezwischen dem Herbst- und dem Sommer-Regen, darum regnet es daselbstso häufig, obwohl die absolute Menge des atmosphärischen NiederschlagS,im Verhältniß zum übrigen Frankreich, den geringern Größen beigezähltwerden muß, denn sie beträgt 20" 9"^. Schließt man Bourg-en-Bresseund Joyeuse aus, wo die jährliche Regenmenge 43" 4'" und 47" 8"'beträgt, und damit das Maximum des Niederschlags in den Ebenen undaus geringer Höhe erreicht, so ist das Klima von Brest, im gemeinenLeben als das regenreichste von ganz Frankreich — des westlichen Frank-reichs bekannt: hier fällt, nach achtjährigen Beobachtungen, eine Regen-menge herab, welche die Höhe von 35" 3"",g auf der Fläche einesQuadratfußes erreicht. Den in den meterologischen Umrissen (a. a. O.)mitgetheilten Angaben über die jährliche Regenmenge fügen wir noch fol-gende Thatsachen hinzu: