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Eüropäisches Staatensystem.
Das Meer, welches Frankreich auf drei Seiten umgicbt, und dieGebirgsketten, welche es durchziehen oder beqränzen, sind Ursache, daßin der Atmosphäre häufige und plötzliche Veränderungen vorgehen, dieaber alle lokaler Art sind und in dem milden, schönen Klima nur leichteModifikationen hervorbringen. So ist z. B. in den oberen Gegendender Durance-Thälcr, am westlichen Abhang der Alpen, der Wärme-Zustandsehr veränderlich: der Nordwind erfreut dort den Landmann, währendder Ostwind, der in die inneren Gegenden die heitersten Tage trägt, alseine Geißel seiner Felder betrachtet wird. An den Küsten des Mittel-ländischen Meeres bringen die südlichen Winde, welche dort unter demNamen der Seewinde (vonts marin«) bekannt sind, große Verwüstungenhervor; was auch zuweilen vvm Mistral gilt, worunter der Nordwestverstanden wird, welcher dort, vom hohen Frankreich herabströmcnd, miteisigem Ungestüm die Ufer des untern Rhone und selbst die des Var ver-heert. In den Piräneen, wie in den Alpen und Sevcnnen, wechselt dieTemperatur mit der Höhe der Thäler und Ortschaften. Einige Gegendender Garvnnc-Ebenen sind im Frühling von dichten Nebelschleier» um-hüllt, und fast das ganze Tiefland am nördlichen Fuß der Piräneen sind,gleichsam periodischen, Hagelschauern ausgesetzt, welche die Hoffnungender Ärnte zerstören; die Wolken, welche diese Hagelwetter tragen, stürzenmit Südwinden von den Piräneen herab, oder kommen mit westlichenWinden vom Gaskonischen Meerbusen in's Land. Die weiten Steppenoder Landes, zwischen den westlichen Piräneen und der Gironde, bieten,obwohl dem Meere ganz dicht benachbart, ein wahres Kontinentalklimadar: eisig im Winter und glühend im Sommer, dabei ncün Monate langden Ausdünstungen stehender Gewässer ausgesetzt. Der Nordwest, der inden Gegenden des untern Loire-Laufs die vorherrschende Luftströmung ist,erreicht zuweilen an den Ufern der Vienne, wo er unter dem NamenGalcrnc bekannt ist, eine große Heftigkeit und zerstört oft die Hoffnungendes Landmanns. Die ganze Bretagne ist auf drei Seiten den Regen-winden des Atlantischen Oceans ausgesetzt; während zwei Drittheile desZahrs wehen dort die nassen Westwinde, die auch an den Küsten desEnglischen Kanals bis gegen den Pas de Calais hin herrschen. Unv derganze Bergkranz, welcher, durch die Ardennen und die Vogesen, Frank-reich auf der Nordostseitc begränzt, ist einem veränderlichen Klima, so-wohl in Absicht auf Wärme-, als Regcnwechsel, unterworfen.
8. Pflanzenreich, Kultur des Bodens, Dertheilung des Grundbesitzes.
Während Deütschland, mit Einschluß der Schweiz und Jstriens,3413 phanerogaiüische Gewächse zählt, und ohne diese beiden Landstrichenur 2279, hat die Flora von Frankreich 354V Pflanzen-Arten auszu-weisen, von denen die Spclzblühtigcn (Olninaeese), die Zusammcngcscht-blühtigcn (Ovinpositse) und die Hüsienpflanzen (HgKuminosse) fast genauden dritten Theil ('/-,«,) bilden, während unter den hauptsächlichsten Fa-milien die Zapfentragendcn Gewächse (lüvnikerw), wie fast überall inEürvpa, den geringsten Antheil an der Flora Frankreichs haben, da sienur aller Phanerogamen ausmachen. Im Besondern bilden dieGlumaceen und unter ihnen die Gramineen, oder Gräser, die