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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eürvpciisches Staatensystem.

Unterabtheilungen zerlegen, von denen die eine durch den Orangcbaum(eitrus) bezeichnet wird, der die Küste des Mittelländischen Meeres nichtverläßt, und die andere durch re» Kastanicubaum, dessen Kultur imGroßen kaum die nördlichen Gränzen der Gebirge der Auvergne und desForez überschreitet.

Doch zeigen sich in dieser Verthciluug der Gewächse sehr viele Aus-nahmen, die selbst von der Verschiedenheit der absoluten Höhe ganzunabhängig sind. So gilt z. B. die Gegend um Fvntainebleau für einekleine Provence im Herzen von Frankreich; so zeigen gewisse Pflanzen diegrößten Sonderbarkeiten in ihrer Verbreitung. Die angeführten Gewächsescheinen etwas erhöhte Standorte zu lieben, wo der Unterschied in denJahreszeiten merkbarer hervortritt, und darum sehen wir sie auf derOstseite des Landes volle 3° hoher gegen Norden steigen, als auf derWestseite. Andere Pflanzen lieben dagegen die Nähe des Meeres, sodaß ihre Verbreitung im entgegengesetzten Sinne der vorher genanntenGewächse Statt findet. Dies gilt namentlich vom Feigenbaum und ganzbesonders von der Myrte. Ersterer steigt bis zur Mündung der Seine,wo er in den Gärten von Le-Havre-de-Grace vortreffliche Früchte trägt,ohne des Schutzes zu bedürfen, während man in Paris, in südlichererBreite, nicht allein geschützte Standorte wählen muß, sondern wo auchdie Frucht weniger zeitig reift und sie außerdem nicht so saftig ist. Vondem rüstigen Wachsthum der Myrte bei Brest haben wir schon gespro-chen; aber sie reicht noch weiter gegen Norden, denn sie gedeiht, imoffenen Felde, im Cotcntin, dem jetzigen Departement de la Manche;während sie 4° südlicher, aber entfernt vom Meere, nicht fortkommt.Fröhlich wächst die Melone in freien Feldern der Nieder-Nvrmandie bisHonfleur, an den Ufern des Meeres; in den Umgebungen von Parisverhält es sich nicht so. Pflanzen, welche ihrer Natur nach auf denSeestrand angewiesen sind, kommen auch im Innern des Landes, in densalinischen Landstrichen Lotharingens vor. Von der Verbreitung des Ka-stanienbaums haben wir oben, und bereits früher (in den phytogeograph.Umrissen) gesprochen; er liefert einen großen Theil der Nahrung denBewohnern des Limousin, Forez, Vivarais und der Auvergne, dieserhöhern Regionen, in welchen die Kultur des Weinstocks nicht gedeiht,und wo selbst, auf steinigem und sandigem Boden, der Anbau desWeitzens nicht betrieben werden kann.

Die großen Gebirgsketten Frankreichs sind die holzreichsten Gegen-den, so namentlich die Vogesen und die Ardcnnen, deren Wälder sich bisin die Gegend von Troyes verlängern; das Plateau von Langres, dieböte-d'Or, das Morvan und das Plateau von Orlvans; die Sevennen,die Gebirge der Auvergne und des Limousin, deren bewaldete Verzwei-gungen sich bis La Charitv-sur-Loire und Chateaurvux erstrecken; es gehörthierher auch der Jura, aber nicht die Gebirgskette der Piräncen und derAlpen, die im Allgemeinen Holzarm sind. Einige beträchtliche Waldungenliegen ganz isolirt; so die Forsten von Compivgne, Villers-Cotervts, Hal-late, Chantilly, Fvntainebleau, und an der Mündung der Seine. Längsder, Dünen des Gaskonischen Golfs im Departement der Landes ziehtein zwei Stunden breiter Wald 30 bis 40 Lieues weit, und an den