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Eüropaisches Staatensystem.
denen der Alpenmarder und das fliegende Eichhorn Sibiriens eigenthüm-lich sein sollen. Das Murmelthier wohnt auf beiden Gebirgssystemen,den Piräneen sowohl als Alpen.
Die nördlichen Departements, besonders das Elsaß, sind das Va-terland, oder vielmehr das Ziel der Wanderungen einiger Thiere Deütsch-lands oder Rußlands. Dorr zählt man zehn Gattungen der Spitzmaus,von denen mehrere auf ihren Reisen bis in die Umgebungen von Parisvorrücken; den Hermelin, dessen Pelz für Rußland einen wichtigen Han-delsartikel bildet und den Hamster, welcher wegen feiner Art des Wan-derns so berühmt ist. Der Süden von Frankreich hat wenig Saüge-rhiere, die ihm eigenthümlich sind; das Frettchen, das aus der Berbcreistammt, soll sich daselbst angesiedelt haben, und der Biber noch im RhoneHansen, obwohl er nur höchst selten wahrgenommen, in Folge der emsi-gen Jagd, die man auf ihn gemacht hat. Fast alle Wälder Frankreichssind der Wohnsitz eines sehr schädlichen Raubthiers, des einzigen, wel-ches in unsern Klimate» zu fürchten ist: es ist der Wolf, der, isolirt infinstern Walddickichten lebend, nur während strenger Winter sich zusam-menthut, und nur bei Nachtzeit Muth habend, vom Hunger getriebenauf Raub ausgeht. Der Fuchs, eine Gcnettkatzc, der Dachs, der Maul-wurf, der Marder, das Iltis;, der Hausmarder, das Wiesel sind djeFeinde der Fcderviehhöfe und die einzigen bekannten fleischfressenden ThiereFrankreichs. Unter denjenigen Thieren, welche unschuldiger sind, zähltman zwei Gattungen des Igels, neün oder zehn verschiedene Fleder-mäuse, und unter den Nagethieren das gemeine Eichhörnchen, die Ratte,die große Feldmaus, die kleine Feldralte, die Hausmaus, die Waldmaus,die große und die kleine Haselmaus. Die eüropäische Fischotter, welchevon Süßwasserfischen lebt, findet sich haüfig in den Flüssen, und an denKüsten das Seekalb, das Meerschwein, auch der Wallfisch, von dem einExemplar von 52 Fuß Länge, im Mai 1826 auf der Küste von Oleron,im Depart. der Charcute-iuferieure, strandete.
Zahlreicher als die Klasse der Saugethicre ist in Frankreich die ge-fiederte Welt ausgestattet, die in manchen Provinzen einen ergiebigenZweig des Einkommens darbietet. Der Süden besitzt einige seltene Gat-tungen, die nicht im Norden gefunden werden, so den Bienenwvlf, dieMandelkrähe und vor allen die schmackhafte Feigenschncpfe. Die Küstendes Mittelländischen Meeres und des Atlantischen Oceans, die vonSchwärmen von Waffervvgeln oder Plattfüßern bevölkert sind, habenungefähr dieselben Arten, mit Ausnahme jedoch des Flamingo, der, unterder afrikanischen Sonne geboren, bis zu den Gestaden Italiens und derProvence vorgerückt ist. Die Landvögcl unterscheiden sich in seßhafte undWander- oder Zugvögcl. Sie sind zahlreich und es genügt, unter dennutzbarsten anzuführen: die Amsel, die Drossel, die Lerche; unter deninteressantesten den Hänfling, die Nachtigall, den Distelfink, den Dom-pfaff; unter den schädlichsten, den Raubvögeln, den Raben, die Elster,den Sperling; unter den gelehrigsten den Häher, den Slaar; und unterden schönsten mit glänzendem Gefieder den Wiedehopf, den Grünfink, denSpecht, die Meise, den Taucherkönig. Von den Zugvögcln Frankreichs,welche jedes Jahr beim Herannahen des Winters auswandern, um wär-