Buch 
5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
57
JPEG-Download
 

Frankreich.

57

mcre Klimate aufzusuchen, werden nur die Wachtel, die Fcttammcr unddie Kricchcnte wegen ihres schmackhaften Fleisches geschätzt. Secvvgelleben in großer Menge an den Küsten; so wimmeln die Lagunen vonSaurtvnge und Aunis von wilden Enten, die von den Anwohnern werverschickt werden. Zuweilen sieht man, wenn die Winter sehr strengesind, nordische Fremdlinge an den Küsten Frankreichs anlangen, die sonstselten die arktischen Eismassen verlassen, den Schwan, die Eidergans,den Papagcientauchcr, den Tölpel, die Pinguine. Zu den unendlichenVar.etaten der Hnhnergattnngcn. den Trn.hahnen und Hühnern allerArt , wodurch das Limousin, das Barbczicux. dle Gavcogne Le M1v berühmt sind, gesellen sich die Fasanen und Haselhühner des Gebirgv-landcs, die Rebhühner der Ebenen, das Rothbem «m Innern und imWesten von Frankreich, so wie der Krammtsvogel, der besonders densüdlichen Provinzen eigen ist; die Schnepfen und Wasserschnepfen derWaldränder und feuchten Wiesen, und die Holztauben.

Die Kriechthicre sind selten, und nur zwei giftige Gattungen kommenvor, die Viper und die Natter, aber diese sind in felsigen oder nassenGegenden einiger Departements sehr gewöhnlich. Man kennt zwei Blind-schleichen, und sechs Gattungen unschädlicher Schlangen, vier oder fünfverschiedene Eidechsen, von denen besonders zwei, mit lebhaften Farben,der Provence eigenthümlich sind. und einen Gecko, der sich rings um dasMittelländische Meer wiederfindet. Ein Krokodil, das im Hotel-Dieu zuLyon aufbewahrt wird, soll gegen das Jahr I6VÜ im Rhone gefangenworden sein. In einigen Provinzen ist der Frosch eine gesuchte Speise,und die Salamander, so wie die Kröten zählen mehrere Varietäten, dieLurch die Eigenthümlichkeit ihrer Lebensweise sehr merkwürdig sind.

Frankreichs Küsten zeichnen sich durch außerordentlichen Reichthuman Fischen aus. Wenige Länder haben eine so glückliche Lage als Frank-reich, der zu Folge die Bewohner der Küstengegenden sich einer unge-thcilten Fischerei widmen können, dieser wichtigen Quelle des Nativnal-rcichlhums, die zugleich eine natürliche Pflanzschule für den Seemann ist.Die Fische, von denen die Küsten Frankreichs wimmeln, weichen in denGeschlechtern von einander ab, je nachdem die Atlantische oder die Mit-telländische Seite gemeint ist, obwohl beide Meere auch viele identischeGeschlechter haben. Den Stcinbntt, die Scholle, die Seebarbe, den Rv-chen, den Plattfisch und einige andere findet man hauptsächlich an denGestaden der nördlichen und westlichen See-Departcmcnrs, während andenen der südlichen Provinzen unter mehreren andern vorzüglich der schmack-hafteAnjovis zu Hause ist. Hwr an den Küsten der Provence und Languc-dvc's wird der Thunfisch in großen Netzen, Madragues genannt, ge-fangen, und mit Öl zubereitet und auf eine eigenthümliche, künstlicheWeise verpackt, nach allen fünf Erdtheilen ausgeführt. Die Härings-fischerei beschäftigt sehr viele Hände in den nördlichen Küstengegenden,ebenso der Makrclcnfang und die Fischerei, die für die Hauptstadt Frank-reichs so nutzbar ist, auch der Fang der Sardelle, ein wahres Mannafür den Lebensunterhalt des Arbeiters. Die zuletzt genannte Fischereiwird im Großen ganz besonders an den Küsten der Bretagne, und imSpätjahr an den Gestaden von Bayvnne betriebest. Aber auch an Suß-