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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensvstem.

wurde Hugo Kapet im Jahre 987 der Stifter einer neüen Herrscher-Familie, die noch gegenwärtig auf dem Throne Frankreichs sitzt.

Unter dem letzten Karolinger erstreckte sich der Kronbesitz nicht überdie Landschaften Soissonais, Lavnnais, Bcauvaisis und Amiönois. HugoKapet fügte ihm das Herzogthum Frankreich hinzu, in welchem die StädteParis und Orloans, von denen er die erste zur Hauptstadt des neüenKönigreichs erhob. Frankreich war damals in Lehen und Afterlchen ein-getheilt, deren Besitzer nur den König über sich anerkannten; und jederdieser unmittelbaren Vasallen hatte eine Menge kleiner, mittelbarer Va-sallen unter sich, diese noch kleinere Gutsbesitzer. Zu den Jmmediat-Vasallen gehörten die Herzoge von Aquitanicn, Burgund und Norman-die; die Grafen von Toulouse, Flandern, Vermandois (in den heütigcnDepartements Aisne und Somme) und Champagne, die Herren (Kilos)von Coucy und Beaujeu rc. Diese verschiedenen Herrschaften sind nachund nach mit den Kronländern vereinigt worden, theils durch Schenkung,Heirat!) und Erbschaft, theils durch Eroberung; und sie haben bis zumJahre 1790 die politische Einthcilung gebildet, welche, im Obigen aus-führlich dargelegt worden ist. Auf Hugo folgte im Jahre 996 Robert,sein Sohn erster Ehe mit Adelheid, Tochter des Herzogs von Aquitanicn.Wie tief das Volk unter der Regierung dieses Robert gesunken war, läßtsich daraus abnehmen, daß bei einer großen Hungersnot!) ein Menschauf den andern Jagd machte und Mcnschenflcisch öffentlich zum Verkaufgestellt wurde. Heinrich!., der im Jahre 1031 den Thron bestieg, konntesein väterliches Erbe nur mit den Waffen in der Hand behaupten, indemer diese gegen seine Mutter und seinen Bruder Robert wenden mußte.Er gab dem letzter» das Herzogthum Burgund, das sein Vater von demBruder Hugo Kapct's geerbt hatte. Philipp 1. folgte seinem Vater imJahr 1060, ergriff aber die Zügel der Regierung erst in seinem IStcnJahre, nach dem Tode des Regenten 1067; ein Jahr früher hatte Wil-helm, Herzog von Normandie, England erobert, und von da an datirtsich die lange und mit Grausamkeiten aller Art beschmutzte Ncbcnbuhlereizwischen den Kronen Frankreichs und Englands. Unter Philipps I. Re-gierung wurde der erste Krcüzzug unternommen. Diese im Interesse derchristlichen Kirche unternommenen Expeditionen trugen nicht wenig zurVermehrung der Königlichen Macht bei, denn der Adel sah sich genöthigt,um die erforderlichen Mittel zu einem Kreüzzuge zu gewinnen, vieleseiner Besitzungen an den König zu verkaufen; so wurde im Jahre 1100das Berry mit der Krone vereinigt. Seit einem Jahrhundert zum erstenMal sah man unter Philipps Nachfolger, Ludwig VI., der Dicke genannt,Frankreich sich allgemein bewaffnen, um einen Einfall des dcütschcn Kai-sers abzuwehren. Aber diese allgemeine Bewaffnung kam nicht zu Stande,als derselbe Fürst Heinrich den I., Herzog von Normandie und Königvon England, mit Krieg überziehen wollte, denn die Vasallen fürchteten,durch Unterstützung des Königs, die Macht der Krone zu sehr zu ver-größern ; doch konnten sie sich der Wiederherstellung der Freiheit der Com-munen nicht widersetzen, wodurch ihre Gewalt sehr beschränkt wurde.Ludwig V!!., welcher 1137 zur Regierung gelangte, beschäftigte sich mitOrganisation der Gemeinden und stellte sich an die Spitze eines Kreüz-