Frankreich.
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zugs, der jedoch ohne Resultat blieb. Die Regentschaft hatte er wahrendseiner Abwesenheit dem Abb« Sugcr übertragen, der durch kluge Ver-waltung die Monarchie blühend machte, und den König von dem Ent-schluß, sich von seiner Gemahlin, Eleonora von Guyenue, zu trennen,abzubringen wußte. Doch zwei Jahre nach dem Tode dieses Ministers,1152, fand diese unpolitische Scheidung dennoch Statt: Ludwig verlorPoitou, Limoustn und Guiennc, bestehend aus dem eigentlichen Guienneund Gascvgne, Länder, die ihm seine Gemahlin als Mitgift zugebrachthatte, und die jetzt an Heinrich Plantagenet, den Besitzer der Herzvg-thümer Normandie, Manie, Anjvu :c. übergingen, welchen Eleonorazum zweiten Gemahl nahm. Dieser Fürst wurde bald darauf zum Nach-folger Königs Stephan auf dem englischen Throne erwählt.
Philipp II. , ein Sohn Ludwigs VlI. von seiner dritten GemahlinAdelheid von Champagne, wurde 1180 in seinem fünfzehnten Jahregekrönt, und Anfangs der Eroberer, in der Folge aber der Große (Lu-Fuste), oder auch Ileoclatus (Dieu-äomiv) genannt. Unter seiner Regie-rung wurden 1184 die Straßen der Stadt Paris gepflastert und sieerhielt 1211 eine Umfangsmauer. Philipp hob die erste allgemeine Hülfs-steüer auf und verwandelte sie in einen Saladin-Zehnten, weil sie zurUnterstütz„„g der Kreüzfahrer bestimmt wurde, welche gegen SaladinZogen. Mit Richard Löwcnhcrz von England unternahm er den drittenKreüzzug, in welchem er sich sehr auszeichnete; dann sehte er den Krieg,den seine Vorfahren mit England wegen der Normandie begonnen hatten,fort, und es gelang ihm 1204, diese Provinz durch das Recht der Ero-berung mit seiner Krone zu vereinigen, was schon das Jahr vorher mitAnjou, Maine, Touraine und Poitou geschehen war, die Johann ohneLand besaß, der sich als französischer Vasall trotzig benommen hatte, undvor den König gefordert, nicht erschienen war. Die Grasschaft Mtviskam schon 1199 als Mitgift seiner Gemahlin in den Besitz Philipps, deraußerdem die Grafschaften Vermandois, Alengon, Auvergne, Evreux undValois erwarb. Während der Orient den französischen Kreüzrittern zumvierten Male widerstand, bereitete Papst Jnnocenz III. einen Kreüzzugganz ncüerer Art vor, der die Vertilgung der Sekte der Albingenscr,welche unter Ludwig VU. in Alby entstanden war, zum Gegenstand hatte.Es wurde im Jahre 1208 ein Jnquisttionsgericht errichtet, um die Aus-rottung jener Sekte zu unterstützen, und derselbe Philipp, welcher wenigeJahre vorher die Güter der Bischöfe eingezogen, und dem Papste, vonvem er cxkommunicirt worden war, widerstanden hatte, nahm an diesem^chandwcrke zur Befestigung der materiellen Interessen der HierarchieLebhaften Antheil. Der Sieg bei Bouvines, im Jahre 1214, retteteFrankreich vor einer Coalition, mit der es durch Kaiser Otto, so wiedurch djx Herzöge von Brabant und Lotharingen, und die Grafen vonFlandern, von Holland und Namur bedroht wurde; und nicht allein daßdurch diesen Sieg die Stellung Frankreichs gegen das Ausland Festig-keit erhieft, auch an innerer Kraft gewann die Krone durch Demüthigungder Vasallen. Frankreich nimmt von da an einen der ersten Plätze unterden Monarchien Eüropa's ein, Vor Philipp hatte kein französischer Kentg