Britisches Reich. — Eüropäische Länder.
SOI
Jahre 1836: 348,957 Livres Sterling. Die Gesammt-Ausfuhr des bri-tischen Hopfens betrug in demselben Jahre 764,834 Pfund. 'Hiervon-gingen nach Hamburg 426,342 Pfd.; nach Frederiksstad 79,399; nachStockholm 63,999; nach der Insel Man 27,691; nach Königsber'g inPreüßen 5394; und nach St. Peterburg 14,573 Pfund.
Der Obstbau wird in den südlichen Grafschaften Englands zum Be-huf der Cider-Verfertigung betrieben. Man schätzt den jährlichen Ertragan Cider auf 4,499,999 Gallons, die einen Werth von beinahe 3 Mil-lionen Thaler rcpräsentircn. Von Ölgewächsen wird vornehmlich Rapsgebaut, namentlich in den Grafschaften Cambridge, Essex und Norfolk,jährlich 299,999 Quarters, zum Werth von fast 5 -Millionen Thaler.
In Schottland hat der Ackerbau mit großen Schwierigkeiten zu käm-pfen, sowol was Boden als Klima anbelangt. Indessen sind seit einemhalben Jahrhundert große Anstrengungen gemacht worden, um diese na-türlichen Hindernisse möglichst zu besiegen; nichts desto weniger stehenvon den 18,944,999 Acres, die man der Gesammt-Oberfläche dieses Kö-nigreichs beilegt, nur 5,943,999 Morgen Landes unter regelmäßiger Kul-tur, und davon sind nur 1,899,999 Acres dem Anbau der Cercaliengewidmet. Hiervon sind wiederum blos 149,999 Acres mit Weizen be-säet, obschon diese Kornart als die einträglichste betrachtet wird, woBoden und Klima ihre Kultur gestatten; dies ist ganz besonders auf derKüstenterrasse längs der östlichen Meerbusen der Fall. Man schätzt denErtrag der Weizenärnte auf 1 Million Volks (L 6 Scheffel) und hältdenselben für hinreichend, da Schottlands Bevölkerung nur wenig Wei-zenbrod genießt. Der Hauptartikel des Ackerbaues ist der Hafer, mitdem 1,269,999 Acres besäet sind. Gerste wird auf 289,990 MorgenLandes, und hauptsächlich zum Zweck der Branntweinbrennerei, gebaut;Flachs ist ein Produckt der oberländischen Bezirke, aber der Ertrag decktnicht völlig das Bedürfniß der einheimischen Manufakturen.
Der Ackerbau seufzt in Irland unter schweren Bedrückungen falscherpolitischer Institutionen. Man giebt den Flächeninhalt des ganzen Kö-nigreichs zu 12 Millionen irischen, oder 19,278,769 englischen Acresan. Wenn man davon die Flächen abzieht, welche unproduktive Berge,die Seen und Sümpfe füllen, so glaubt Uouiig dennoch, daß Irlandwehr anbaufähiges Land besitze, als England. Die Bodenkrume ist zwarüberall in Irland sehr dünn, aber die Feüchtigkeit, von der sie Jahraus Jahr ein durchdrungen wird, erzeügt eine rasche Vegetation undNamentlich eine Rasendecke, die wohl in keinem andern Lande Eüropa'sihres Gleichen hat. Solch' ein Land eignet sich daher vorzugsweise zurViehzucht, und diese ist es denn auch, welche den Hauptzweig der land-wirthschaftlichen Kultur in Irland ausmacht. Was der Weizen für Eng-land, der Hafer für Schottland, das ist die Kartoffel für Irland, nämlichdas Hauptnahrungsmittel der Bewohner, daher ihre Kultur von großemUmfange. Nichts desto weniger wird auch Hafer für die Ausfuhr, in«eürer Zeit auch Weizen und Gerste gebaut. Der Flachs ist ein sehrerthvvlles Produkt der irischen Landwirthschaft; schon im Jahre 1899arcn 76,749 Morgen Landes dieser Kultur gewidmet, und es ist an-zunehmen, daß gegenwärtig mindestens 190,999 Acres dazu bestimmt