Britisches Reich. — Eüropäische Länder. 3V5
Schottland seit langer Zeit, aus Irland seit dem Anfang des achtzehntenJahrhunderts verschwunden ist.
Neben dem Ackerbau ist die Viehzucht eine Hauptbeschäftigung derlandwirthschaftlichen Kultur; und schon das ewige Grün der Bodendeckebeweiset, wie sehr diese für die Zucht der wiederkäuenden Thiere geeignetist. Daher entstand auch ohne Zweifel in Britannien dieser Gewcrb-zweig, der, durch Bedürfniß und Luxus angefeüert, eine große Entwicke-lung erlangt hat, die stets darauf hinarbeitet, die Racen der Hausthierezu veredeln.
In dieser Beziehung nimmt die Pferdezucht die erste Stelle ein.Das englische Rennpferd (kaovr), von arabischen Hengsten abstammend,kann '/, Meile in einer Minute zurücklegen. Die Große und außeror-dentliche Stärke, welche das Zugpferd (kosststvr und Harro, d. i.Karrcngaul)' auszeichnet, hat es von der flandrischen und holstein'schenZucht; ganz besonders wird das Zugpferd von Yorkshire geschätzt. Dasenglische Jagdpferd (Kanter) steht bei allen Freünden Sylvan's in höch-ster Achtung, und der schottische Hochlands-Pony, so wie die shetlandi-schen Ponies, werden, trotz ihrer geringen Große, wegen ihrer Kraftund Ausdauer geschäht. Der Pferdestand der vereinigten KönigreicheGroßbritannien und Irland ist zwar in der Gegenwart nicht unbedeütend(s. Bd. Hl., S. 513), aber er kann sich nicht mit dem der früheren Zeitenmessen; — so berichtet Fitz-Stephen, daß unter der Regierung des Kö-nigs Stephan — Mitte des 12tcn Jahrhunderts — die Stadt Londonallein 20,000 Mann Kavallerie stellen konnte, während die Pferdezuchtspäter so in Verfall gerieth, daß zur Zeit der Königin Elisabeth — zweiteHälfte des 16ten Jahrhunderts — ganz England kaum 2VVV Reiter aufdie Beine bringen konnte.
Britisches Rindvieh gilt für eines der besten in ganz Eüropa. Viel-fach gekreüzt mit andern Racen findet sich das ursprüngliche englischeRind noch im Walde von Ncidwovd in Staffvrdshire, und-zu Chilling-Ham-Castle in Northumberland. Das britische Rindvieh unterscheidetwan hauptsächlich nach neün Abtheilungen, wovon drei auf England,drei auf Schottland, zwei auf Wales, und eine auf die Insel Guernseyfallen. Das englische Rindvieh zerfällt in das langgehornte oder Lan-caster-Rind, in das kurz- und das mittel-gehörntc. Das erstere ist, wieder Name sagt, wegen seiner langen Hörner bemerkenswert^; es hat einestarke, dicke Haut, langes, dichtes Haar, einen großen Huf und giebt^erhältnißmäßig wenig Milch, dagegen desto mehr Sahne. Zwar findetsich unter den verschiedensten Farben, doch ist das schwarz und weißTcsterkte Rind das vorwaltende. Das Leicester-Vieh ist eine Spielart die-str Racc, welche ursprünglich in der Nähe von Coventry zu Hause ist.
kurzgehörnte Zucht schließt die Racen in sich, welche unter den Na->en Hvlderness, Tccswater, Uorkshire, Durham und Northumberlandscannt sind. Auf diese Racen haben die englischen Nindviehzüchter diez Sorgfalt verwendet: die Kuh giebt täglich 24 Quart Milch und. »aßchrn (Firkins) Butter im Jahre. Die Farben wechseln, meistenso , ))der dieses Vieh roth und weiß gefleckt. Zur mittelgehörnten Zucht3 )vren die Racen von Devon, Heresord und Suffex; sie find lebhaft,Berghaus, Bd. V. 2V