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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Britisches Reich. — Europäische Länder.

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vollständig erfüllt; aber sie werden wie in England, ihrer Heimath, soauch in anderen Ländern, wo sie nachgeahmt wurden, erlöschen, wenneine hinreichende Anzahl von Individuen vorhanden ist, die sich der se-gensreichen Thätigkeit des Volkslehrcrs widmen. Jene Schulen habenin Britannien; außer ihrer unmittelbaren Wirksamkeit, noch andere großeResultate erzielt: aus ihnen, in Verbindung mit den Bibelgesellschaften,sind die Leseschulen für Erwachsene hervorgegangen, so wie die Sonntags-schulen, welche auf den Unterricht der Lehrlinge, Gesellen, Fabrikarbeiteru. s. w. von so großem Einfluß gewesen sind.

Kinder aus den gebildeten Ständen erhalten den ersten Unterricht inPrivatpensions-Anstalten (Bvarding Schools), von wo die Knaben in dieöffentlichen Schulen (Public Schools) übergehen, die mit den dcütschenGymnasien parallel gehen, und auf denen die alten Sprachen und dieexacten Wissenschaften mit einer Gründlichkeit gelehrt werden, welchefür's Leben dauert. Darum ist gleichsam jeder Engländer von Erziehungein Gelehrter, er besitzt die genaueste Bekanntschaft mit dem Alterthum,seinen Einrichtungen, seinen Vorzügen und Mängeln, die alten Sprachenund ihre klassische Literatur sind il>m so gelaüfig wie seine Mutterspracheund deren Literatur; darum Hort man den gebildeten Engländer in seinenöffentlichen Reden diese mit zahlreichen Citaten der alten Autoren schmücken,welche nur höchst selten nicht glücklich gewählt sind. Auf diesen Gelehrten-Schnlen herrscht eine andere Unterrichtsweise, als auf unseren dcütschengleicher Kategorie, eine. strenge Klassen - Eintheilung findet nicht Statt;es sind mehr gelehrte Unterhaltungen, die der Lehrer mit seinen Schülernhält, Berichtigungen und Verbesserungen, die er ihren Ausarbeitungenzu Theil werden läßt; der Peivatfleiß des Schülers, seine haüslichen Ar-beiten müsse» für seine Bildung Alles thun. Diese Schulen sind aufmilde Stiftungen fundirt; sie haben ihre besonderen Gebaüde, wo Lehrerund Schüler zusammenwohnen, daher findet eine stete BeaufsichtigungStatt; es ist ein Familien-Leben, welches hier geführt wird, bei demeine strenge Disciplin vorwaltet, aber durch republikanische Formen ge-mildert, ganz geeignet zur Erziehung eines freien Volks. Diese Schu-he», unter denen die zu Westminstcr, Elvn, Winchester und Harrow denM'i*en Rang behaupten, sind die Pflanzstätten der klassischen Bildung^Uuptsächlich der Aristokratie und Gcntry; während für Knaben aus denMittelständen, und für diejenigen, welche für den Kaufmannsstand bc-silmmt sind, zahlreiche Privat-Akademien bestehen, die sich gleichfalls einerAusgezeichneten Leitung erfrcüen.

Die Öffentlichkeit, welche das britische Volksleben karaktcrisirt, istürge ftir die zweckmäßige Leitung dieser Unterrichts-Anstalten sowol,s? der Bvarding Schools; denn da man in England gewöhnt ist, sichbatk alle öffentliche Anstalten zu kümmern, so werden die Älternb gewahr, wo es fehlt, und können demgemäß, zur Abhülfe wahrge-Mängel, die erforderlichen Maaßregeln treffen. Doch werden^">Äten nothwendig: die Schulen, auf das Vertrauen des Publikums3 undet, sind zu sehr dabci interesstrt, dieses Vertrauen sich zu crhal-E ' u>eil ohne dasselbe ihre Auflösung unvermeidlich wäre. Auch diezwhung der Töchter wird in Pensivns - Anstalten vollendet, die denen

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