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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Britisches Reich. — Europäische Länder.

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wieder gefunden wird, gesammelt und zusammengebracht von dem, durchIntelligenz höchst ausgezeichneten Korps der Civil- und Militair-Beamtcnder Ostindischen Kompagnie, Außerdem besitzt jede der zahlreichen, inLondon existireiiden gelehrten und gemeinnützigen Gesellschaften und Ver-eine ihre Bibliothek und sonstige Sammlung. Unter den Universitäts-bibliotheken ist die Bvdlejanische zu Orford, mit 300, Ovv Bänden und30,000 Handschriften, die größte; aber außer dieser hat jedes der dorti-gen Collegien seine eigene Bibliothek, deren Größe sich auf 3o,ooo bis50,000 Bände belauft; eben so ist es zu Cambridge, wo die große Uni-versitätsbibliothek 100,000 Bände und 3000 Manuskripte zählt. J>»Edinburgh besteht neben der Universitätsbibliothek von 60,000 Bändennoch die der Advokaten, deren Bücherschatz auf 120,000 Bände angege-ben wird. Unter den Gemälde-Sammlungen ist die National-Gallcrie zuLondon die größte und ausgezeichnetste im britischen Reiche.

Der Sinn des Briten, insbesondere des Engländers, für die Be-förderung des Gemeinwohls, sein Streben, die Kräfte Vieler zur Er-reichung Eines Zweckes zu vereinigen, hat eine überaus große Mengegelehrter und anderer Gesellschaften hervorgerufen. Kein Zweig desmenschlichen Wissens ist ohne einen solchen Repräsentanten des Gemein-sinns, ja mancher Zweig hat sogar mehrere Organe dieser Art. Ganzbesonders sind es die Naturwissenschaften, die durch Gelehrten - Vereineauf die ausgezeichnetste und freisinnigste Weise angebaut werden, vorallen durch die Königlichen Societäten in den drei Hauptstädten (RvyalSocietics), an die sich die astronomische, die geologische, mineralogische,botanische, geographische und viele andere Gesellschaften schließen, derenNamens-Berzeichniß allein mehrere Seiten füllen würde.

Was den Briten in den bildenden und zeichnenden Künsten abgeht,das ersetzen sie in der Dicht- und in der Redekunst. Unter den schönenWissenschaften, sagt eine neürer Schriftsteller, zeigt die Dichtkunst dieglänzendste Seite. Britannien hat vortreffliche Sänger aller Art, imphilosophischen und artistischen Lehrgedicht, in der Epvpee, in der Fabel,in der Satyre, im Drama; hierin machen die Briten Epoche, und keinTheater einer andern Nation kann sich mit dem Reichthum dieser Litera-tur noch mit ihrem innern Gehalte messen. Die Prosa der Engländerwurde schon früh durch die Öffentlichkeit des politischen Lebens ausge-bildet; die Redner im Parlamente hoben die Sprache zu einer Gewandt-heit, Schärfe und Stärke, die seit Walpole, und besonders seit WilliamPitt, den Glanz des Ausdruckes und der Würde in sich vereinigen. VonKindheit auf daran gewöhnt, nur in der Öffentlichkeit zu leben, hat sichdie Beredsamkeit des Briten zu einem Grade der Ausbildung erhoben,wie er in der modernen Welt bei keinem Volke wieder gefunden wird;ganz besonders ist es die Rhetorik vor der Gerichtsschranke, und jenseitsdieser Schule des öffentlichen Redners die politische Beredsamkeit, welcheden Engländer mit den berühmtesten Rednern des klassischen Alterthumsni Vergleich stellen lassen; minder ausgebildet ist der Kanzelvvrtrag. ZmFache des Romans hebt sich die britische Prosa und die Kunst geistvollerDarstellung fast über alle anderen Volker empor. Als Kritiker und Be-obachter todter Sprachen müssen in der älteren Periode die Briten den