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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensystem.

zu leisten. Die Sachsen, an den dcütschen Küsten der Nordsee, von derMündung des Rheins bis nach Jütland hinauf, wohnend, waren alseben so tapfere Krieger wie kühne Seeleute berühmt; im Jahre 449landete das erste Haüfchen dieser kecken Abenteürer an der britischenKüste; ungefähr 16VV Mann, unter der Anführung zweier Brüder,Hengist und Horsa, vertrieben bald die Dränger der Briten. Aber ausFreünden entstanden schnell Feinde, Unterjochet', zuletzt Ausrotter. Im-mer größer ward die Zahl der nachfolgenden Dcütschen, die hauptsächlichden drei tapfern Vvlksstämmen der Juten, Alt-Sachsen und Angeln an-gehörten. Die Briten flüchteten theils in die Gebirgs-Schlupfwinkel vonWales, theils suchten sie auf ihren Schiffen Schutz, mit denen sie überdas Meer schwammen, um auf der anderen Seite des englischen Kanalseine neüe Heimath zu gründen, in Armorika, dem westlichen Lande vonFrankreich, in der heütigen Provinz Bretagne.

Nach und nach entstanden in Britannien die sieben sächsischen König-reiche, oder die Heptarchie; zuerst 1) das Königreich Kent im Jahre 457;dann 2) Susser mit Einschluß von Surrey, 491; dann 3) im Jahre 519das Königreich Messer, welches alle Grafschaften von Berkshire bis Corn-wall enthielt; 4) Esser mit Einschluß von Middleftr und einem Theilevon Herdfordshire, im I. 527; ferner 5) Northnmberland, alle nörd-lichen Grafschaften von England und die südlichen von Schottland, bisan den Frith of Forth, enthaltend, im Jahre 547; und acht Jahre später6) das Königreich Ostangeln, oder East Englas, die Grafschaften Nor-folk, Suffolk, die Insel Ety und Cambridgeshire enthaltend; zuletzt 7) imJahre 582 das Reich Mercia oder Mercryc, das größte von allen, diemittleren Bezirke von England, bis an die Gränzen von Wales, um-fassend.

Um das Jahr Kva verbreitete sich die christliche Religion, vornehm-lich durch Augustin; gleichzeitig entstanden Gesetze, durch Ethelbert inKent, und am Ende des siebenten Jahrhunderts in Messer, durch Jnn.Haüfige Kriege unter den stammverwandten Königen der Heptarchie fan-den Statt; sie schwächten das eine Reich, erstarkten das andere. Ganzbesonders war es das westlichste Reich, welches auf Unkosten der übrigenallmälig an Kraft gewann, so daß im Jahre 827 Egbert, König vonWessex, im Stande war, die sieben Reiche in Eins zu vereinigen, unterdem Namen England. Egbert, der am Hofe Karls des Großen gelebtund bei diesem Meister die Regierungskunst studirt hatte, führte die,dieser Schule erlernten Verwaltungs - Grundsätze in seinem Reiche ein,und ist als Stifter des ältesten der gegenwärtig in Eüropa bestehendenStaaten zu betrachten (f. IV. Bd., S. 5). Doch hatte er mit mächtige"Feinden zu kämpfen. Bald nach Auflösung der Heptarchie stellten si"b832, die Dänen und Normauner als furchtbare Seeraüber ein, die unterEgbert's zweitem Nachfolger die Ostküste Englands eroberten, und rmI. 865 das Innere des Reichs plünderten und verheerten. Unter Alsts 'dem fünften Könige der anglo-sächsischen Dynastie, setzten sie ihrefälle fort; aber im Jahre 88v gelang es diesem Könige, die kühnFeinde zu überwältigen; nicht im Stande, die Dänen ganz zu vertreive ,überließ er ihnen Northnmberland als Lohn.