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Eüropäisches Staatensystem.
die Sprache suchte er auszurotten; am Hofe wie in den Gerichtssitzungenund in allen öffentlichen Verhandlungen hörte man nur die Sprache derNvrmänner; und es war eine seiner Negicrungs-Marimcn, keinen Inge-bornen zu irgend einem öffentlichen Amte gelangen zu lassen, es mochteein bürgerliches, kirchliches oder militairisches sein. Der natürliche Haßder Engländer gegen ihre Unterdrücker wurde durch dieses parteiliche Ver-fahren noch mehr gestärkt, und viele Menschenalter sind verflossen, bevorsich beide Nationen verschmolzen haben. Eine von den Folgen, welcheaus Wilhelms Eroberung von England entsprungen sind, besteht darin,daß die Könige, seine Nachfolger, gewisse Ansprüche auf das Gebiet vonFrankreich geltend gemacht haben, was zu langen, kostbaren und bluti-gen Kriegen geführt hat. Der zweite dieser Nachfolger, sein Sohn Hein-rich I., vermählt mit Mathilde, der Tochter des Königs Malcolm vonSchottland, und Nichte von Edgar Atheling, beruhigte ein Volk, dasdie Wiederherstellung der Rechte seiner angestammten Fürsten wie seinereigenen eifrig betrieb. Heinrichs Tochter Mathilde ward an GcvffroyPlantagenet von Anjou verheirathet, und ihr die Thronfolge gesichert.
In der Person ihres Sohnes, Heinrichs II-, mit dem ZunamenPlantagenet, wurde die sächsische Dynastie im I. 1154 auf dem ThroneEnglands wieder hergestellt. Dieser Fürst war, von Naters-Seite her,Herr von Anjou und Touraine, von Muttcrs-Seite Herr der Nvrmandieund von Maine, und von Seiten seiner Gemalin Herr von Guienne,Poitou, Saintonge, Auvergne, Perigord, Angoumvis und Limousie. Die-sen Besitzungen fügte er später noch die Bretagne hinzu. Der Besitzvon Provinzen, die mehr als ein Drittheil der französischen Monarchiebildeten, und die übrigen Provinzen an Wohlstand übertrafen, machtediesen Vasallen mächtiger, als seinen Lehns- und Landesherr«, und trug,nebst einigen anderen Ursachen, dazu bei, die Nebenbuhlerschaft hervor-zurufen, die Jahrhunderte lang zwischen England und Frankreich bestan-den hat. Die Fürsten aus dem Hause Plantagenet haben, einige imGuten, andere im Bösen, eine Energie des Geistes entwickelt, welcheauf den Karakter und die Interessen der Nation großen Einfluß geübthaben. Heinrichs II. kraftvolle Politik verschaffte ihm die Souverainctätüber Irland 1172; und unter seiner Regierung wurde die erste allgemeineAbgabe erhoben. Johann ohne Land, der im Jahre 1199 den Thronbestieg, machte sich zum Vasallen des Papstes, um seine Krone zu be-halten, und er wurde gezwungen, die Llagns «Karts, zu unterschreiben-die als Grundpfeiler der britischen Staatsverfassung betrachtet wird-Heinrich lll-, Nachfolger von Johann ohne Land, errichtete die Gemeinde-Verfassung, und berief Deputirte der Städte und Flecken in's Parlament-Eduard l. vereinigte im Jahre 1283 das Fürstenthnm Wales mit derenglischen Krone, und erwarb sich durch Weisheit in der Gesetzgebungden Titel eines englische» Justinians; unter seiner Regierung erwarb da"Haus der Gemeinen das Recht der Steüerbcwilligung, im Jahre 12b-Unter Eduard 1H. flössen in Schottland und Frankreich Ströme Blute ,ohne daß England den mindesten Vortheil davon hatte. Die Streit'^kciten zwischen den Haüsern York und Lancastcr, oder der Kampfweißen Rose mit der rothen, verheerten England bis zum Jahre 14 '