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Eüropäisches Staatensystem.
wieder zu den Waffen und suchte die verlorenen Provinzen zu erobern,mußte aber auf's Neue zu Wäffma, 1634, mit den Polen Friedenschließen. Nachdem er für die Wohlfahrt seines Landes väterlich gesorgtund dasselbe zu kräftige» gesucht hatte, starb er 1646, und sein Sohn— Alekffei Michailowitsch bestieg den Thron. Energischer und kriegeri-scher als sein Vater, war er siegreich im Kriege mit Polen, in den erdurch die Unterwerfung der Kasaken in der Ukraine verwickelt ward,und ersetzte das wieder, was zu den Zeiten des falschen Dimitrij verlorengegangen, dagegen mußte der unglückliche Krieg mit Schweden durchden Frieden zu Kardis, auf Grund des Waffenstillstandes zu Sstolbowo,beendigt werden. Alekffe'i richtete in den Friedenszeiten seine Aufmerk-samkeit auf die Staatsverwaltung, rief Fabrikanten und Künstler in'sLand, ließ sich später noch in einen Krieg mit den Türken ein, welcheAnsprücbe auf die Ukraine machten, starb aber schon 1676. Unter seinerRegierung entdeckte der Kasak Deshnew die Meerenge zwischen Asienund Amerika und die Halbinsel Kamtschatka. Alekssei's Sohn, Feo-dor HI., nöthigte die Türken zum Frieden, griff stark die Aristokratiedes Adels an, verbrannte auf einer Neichsversammlnng die Nosräd-bücher und starb allgemein betrauert 1682. Nun ward sein Halbbruder,Peter der Große, von den Großen des Reichs als Zar eingesetzt, weilder rechte Bruder, Iwan, blödsinnig war. Dieser Verordnung warJwan's Herrschsüchtige Schwester Sophie entgegen, welche es dahinbrachte, daß Iwan und Peter gemeinschaftlich zu Zaren gekrönt wurden;für beide führte Sophie nun die Vormundschaft unter Mitwirkung ihresLieblings Golüzin, doch nicht ohne Gefahr vor den Sstrelizen. Unter-dessen bildete sich Peter geistig aus, erhielt von Franz Timmermann,einem Deütschen aus Straßburg, Unterricht in der Feldmesser- und Be-feftigungskuiist, Lefvrt, ein Genfer, und Gordon, ein Schotte, wurdenebenfalls seine Freunde, und so vergingen 7 Jahre der RegentschaftSophie's. Peter war herangewachsen und erregte bei seiner HalbschwesterSophie Besorgnis;. Diese suchte eine Verschwörung gegen sein Lebenanzuzetteln; sie wurde entdeckt, es kam zum Bruch, Sophie ward in'sKloster gesteckt und Peter nun Alleinherrscher, trotz dem, daß ihnWeibertücke und List zu stürzen suchten. Da er von dem Gedanken durch-drungen war, sein Reich zu civilisiren und es zu einer Macht des erstenRanges zu erheben, so hatte er noch viele Hindernisse aus dem Weg^zu raümen und mußte darauf bedacht sein, die Kriegsmacht zu Waffe''und zu Lande zu vergrößern und den Verkehr mit andern Staaten züvermehren. Deshalb zog er viele Ausländer in sein Land, besondersHolländer und Engländer, ließ 1694 eine Escadre von Archangel'skweiße Meer laufen, und eroberte mit Hilfe deütscher Ingenieurswelches er später im Frieden erhielt; dann beschloß er nach dem Aus-lande zu gehen, um daselbst die Kenntnisse zu sammeln, die er Z"'Ausführung seiner Pläne für nützlich hielt, und verließ, nachdem erdurch die Hand der Vorsehung einer Verschwörung der Sstrelizen en>-gangen, sein Vaterland, über Königsberg und Berlin begab er stMnach Holland, wo er sich zu Saardam in das Verzeichnis; der Zimmer-leüte schreiben ließ und sich allein einen Kah» zimmerte, ging dan>nach England, wo er sich ebenfalls im Schiffbau übte, und Unterrichtin der Schifffahrtskunde, Mathemathik und Chirurgie nahm., J>" Fruh-jähr 1698 begab er sich nach Wien, beschäftigte sich hier mit dem Stu-dium des deütschen Kriegswesens, wollte von hier aus Italien besuchen,