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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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EürvpäischeS Staateusystem.

Regierung zeichnet sich durch einen siegreichen Krieg mit den Türkenaus, in welchem Münnich Asow eroberte, Otschakow i. I. 1737 mitSturm nahm und Chozim i. I. 1739. In dem Frieden von 174V erhieltAnna alles Verlorene wieder, dagegen mußte Asow geschleift werden.Unter der Regierung dieser Kaiserin gelangte Kapitän Behring, der dieKüsten von Ssibiren untersuchte, durch die nach ihm benannte Straßenach Amerika und entdeckte die aleutischen Inseln. Anna starb 174V.

Nachdem Anna knrz vor ihrem Tode Biron zum Neichsregentenernannt, übernahm er als solcher für den jungen Kaiser Iwan III. (Sohnder Nichte Anna's) die Regierung. Durch seinen Übermuth machte ersich Feinde, wurde von dem in seinen Hoffnungen getauschten Münnichüberfallen und nach Ssibiren spedirt. Durch einige Anordnungen hatteAnna unter den Großen Mißvergnügen erweckt und bald mußte sie derPrinzessin Elisabeth, einer Tochter Peters des Großen, den Thron über-lassen. Die Regentin Anna nebst ihrem Gemahl wurden auf eine Inselim weißen Meer verbannt. Elisabeth bestieg nun 1749, den Kaiserthron,schloß einen vortheilhaften Frieden mit Schweden zu Abo, 1743, undMünnich nebst mehreren andern wurden nach Ssibirien verwiesen. Inden ersten sieben Jahren hatte Elisabeths Günstling, Lestocq, ein Wund-arzt, die Zügel der Regierung in Händen, wurde aber 1748 gestürzt unddurch Besstnscheiv ersetzt. Durch eine i. I. 1743 angestellte Verschwörung,in welche auch der österreichische Gesandte von Botta verwickelt war, kamElisabeth mit der Kaiserin Maria Theresia in ein gespanntes Verhältniß,welches aber wieder beseitigt wurde, so daß Elisabeth sogar der deütschenKaiserin ein Hilfsheer zur Behauptung der pragmatischen Sanktionschickte, wodurch hauptsächlich der Frieden zu Aachen herbeigeführt ward.Im siebenjährigen Kriege, wo ebenfalls beide Kaiserinnen gegen Friedrichden Großen sich vereinigten, verloren die Russen die Schlacht bei Zorn-dorf, siegten dagegen bei KunerSdorf. Elisabeth starb 1762 und es folgteihr der Sohn ihrer Schwester Anna, Karl Peter Ulrich, Herzog vonHolstein-Gottorp, den Elisabeth kurz nach ihrer Thronbesteigung zumNachfolger erklärt hatte. Gegen Friedrich den Großen von Bewunderungerfüllt und für Preußen eine Vorliebe habend, schloß er mit demselbenFrieden, schränkte den Adel ein, erregte Anstoß bei der Geistlichkeit, undwollte Alles in seinem Lande auf preüßischen Fuß einrichten. Dadurchmachte er sich viele Feinde. Seine Gemahlin wurde in St. Petersburgzur Kaiserin ausgerufen, er mußte der Krone entsagen, wurde nachNopscha abgeführt und starb nach wenigen Tagen. Mit Catharinadie den Thron bestiegen, beginnt ei» neuer Zeitraum für die Geschichtedes Nordens. Durch sie ward die todte Masse deS russischen Reichtbelebt, sie begünstigte die Ausländer, welche sie in's Land berief, ver-mehrt« die wissenschaftlichen und gelehrten Anstalten, schickte Gelehrteund Künstler auf Reisen, gründete eine neue Städteordnung, entwarfdie Grundzüge zu einem Gesetzbuchs für Rußland und hat mit EinemWorte viel, unendlich viel für Rußland gethan. Sie selbst (bemerkttreffend) war eine wahrhaft große Fürstin, doch würde sie sich schwerliwauf einem so schwankenden Throne erhalten haben, hätte sie nicht ver-standen, sich durch kraftvolle Männer, die sie zu ihren Günstlingenmachte, zu schützen. Als ein Befreiungsversuch des jungen Iwan, derauf Schlüsselburg gefangen saß, diesem das Leben gekostet hatte, sub"esie sich schon um Vieles freier. Da trat unter seinen Land^emeiPugatschew, ein dänischer Kasak, auf, der sich für den geretteten Kali« ,